Netzwerkausrüster
Nokia Siemens Networks tauscht den Chef aus

Der Chef des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) gibt auf. Simon Beresford-Wylie lege sein Amt nieder und verlässt das Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Nokia Ende Oktober. Den Chefposten übernehme zum 1. Oktober der bisherige Chef des Service-Geschäfts, Rajeev Suri.

STOCKHOLM. Der Wechsel an der Spitze des finnisch-deutschen Telekommunikationsausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) war nur eine Frage der Zeit: Und gestern teilte das 2007 gebildete Gemeinschaftsunternehmen mit, dass der bisherige Chef, Simon Beresford-Wylie, zum 1. Oktober von seinem Posten zurücktritt. Nachfolger wird Rajeev Suri, der bislang die Service-Sparte des Mobilfunknetz-Herstellers geleitet hat. Der 41-jährige Suri bekommt eine einmonatige Einarbeitungszeit, in der ihm Beresford- Wylie noch unterstützen wird. Beresford-Wylie verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch, teilte NSN mit.

Allerdings war es in der Branche ein offenes Geheimnis, das der britisch-australische Manager kein glückliches Händchen bei der Integration der Netz-Sparten von Nokia und Siemens gehabt hat. „NSN hat seit der Fusion vor zwei Jahren kontinuierlich Marktanteile verloren“, sagte Håkan Wranne, Telekom-Analyst bei der schwedischen Swedbank. „Eigentlich ist alles in die falsche Richtung gelaufen“, urteilte der Experte.

Tatsächlich kam NSN im zweiten Quartal dieses Jahres bei Mobilfunknetzen nur noch auf einen Weltmarktanteil von 20 Prozent. Ende vergangenen Jahres waren es noch 26 Prozent. Besondere Konkurrenz hat der finnisch-deutsche Konzern von den chinesischen Rivalen Huawei und ZTE bekommen: Huawei konnte im ersten Halbjahr nach Angaben der amerikanischen Marktforscher von Dell’Oro den Marktanteil auf 17 Prozent ausbauen und liegt damit nur noch knapp hinter NSN, der weltweiten Nummer Zwei hinter der schwedischen Ericsson. Wie Huawei konnte auch ZTE seinen Marktanteil binnen eines einzigen Jahres verdoppeln. ZTE liegt jetzt bei sieben Prozent. „Die chinesischen Hersteller sind mittlerweile für die Mobilfunkbetreiber zu einer richtig seriöse Alternative geworden“, sagte Analyst Wranne.

Unangefochten ist nur Weltmarktführer Ericsson. Der schwedische Konzern dominiert mit einem Marktanteil von rund 32 Prozent den Markt für GSM- und UMTS-Netze. Seit der Bildung von NSN, die von dem Siemens-Korruptionsskandal überschattet wurde, ist der stetige Verlust von Marktanteilen nicht die einzige Schlappe, die Beresford-Wylie einstecken musste: Obwohl NSN erst kürzlich als erstes Unternehmen ein Übernahmeangebot für die LTE-Sparte des insolventen kanadischen Telekommunikationsausrüsters Nortel abgegeben hatte, bekam letztendlich Ericsson den Zuschlag.

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