Neue Aufgabenfelder
Das Sanierungsgeschäft schrumpft

Die Unternehmensberater suchen neue Aufgabenfelder und müssen sich dabei auf ihrem Weg mit vielen Neuankömmlingen auseinandersetzen.

HB DÜSSELDORF. Im April 2002 übernahm beim Kabelnetzbetreiber Ish in Köln der Krisenmanager das Ruder: Jim Bonsall, Partner bei der amerikanischen Unternehmensberatung Alix Partners übernahm die Geschäftsführung bei der ehemaligen Telekom-Tochter. Hier waren Verbindlichkeiten von über drei Milliarden Euro aufgelaufen und es drohte die Insolvenz.

„Das Management hatte den Überblick verloren, wem wann was zu zahlen war“, sagt Bonsall. Er schaffte es, Ish so weit zu sanieren, dass die Firma „nach einem regen Bieterwettbewerb von Investoren“ im Frühjahr an Kabel Deutschland verkauft werden konnte.

Ish ist für Deutschland das Paradepferd von Alix, die sich auf Turn- aroundmanagement spezialisiert hat und derzeit auf den deutschen Markt drängt. Hier gab es in den letzten Jahren auch genug zu tun – die Zahl der Unternehmenspleiten ist auf 40 000 pro Jahr gestiegen. Doch es könnte sein, dass die Amerikaner jetzt auf ein Geschäftsfeld treffen, das gerade schrumpft: „Seit Mai ist die Zahl der Fälle rückläufig“, sagt Paul Gross, Abteilungsleiter „Restrukturierung“ bei Ernst & Young.

Zur Begründung verweist Gross, der auch den Fachverband Sanierung im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater leitet, auf die Anstrengungen der Finanzinstitute, faule Engagements loszuwerden: „Die Banken haben ihre Portfolios sehr stark bereinigt.“ Jetzt hätten die Banker „die Nase voll davon, Sanierungskonzepte zu lesen“ und neigten dazu, noch ungelöste Fälle eher vor die Wand fahren zu lassen, als erneut Berater als Nothelfer und Konzeptschreiber einzuschalten.

„Die Banken haben aufgeräumt“, bestätigt auch Peter Faulhaber, Geschäftsführer bei Struktur & Management: „Die Kostensenkungsprogramme sind gelaufen.“ Nicht zuletzt deshalb haben sich die Kölner neue Aufgaben gesucht: Auf Anregung der gebrannten Kreditinstitute bieten sie einen Stabilitäts- und Wachstumscheck an, bei dem Unternehmen feststellen können, ob sie für den „möglicherweise beginnenden Aufschwung“ gerüstet sind.

Bei Droege & Comp. geht man ähnliche Wege. Zwar laufe das Sanierungsgeschäft konstant, versichert Droege-Partner Carl Rhomberg- Kauert. Zusätzlich setzt man bei Droege darauf, den Unternehmen eine „Umstrukturierung noch in guten Zeiten anzubieten“, also in einer Phase, wo noch schwarze Zahlen geschrieben werden, die aber verbesserungsbedürftig sind.

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