Neue Bankenkrise für Österreich
Chef der Hypo Alpe Adria tritt zurück

Gottwald Kranebitter, Chef der ehemaligen BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria, tritt zurück, obwohl sein Vertrag erst 2016 ausgelaufen wäre. Die notverstaatlichte Bank braucht wieder neues Geld vom Staat.
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Wien/ DüsseldorfDas Skandalinstitut Hypo Alpe Adria beschert Österreich eine neue Bankenkrise. Am Dienstagmorgen hat Hypo-Alpe-Chef Gottwald Kranebitter seinen Rücktritt erklärt. Es gilt in Wien als offenes Geheimnis, dass zwischen dem Bankmanagement und dem österreichischen Finanzministerium ein offener Streit über die Sanierung der Ende 2009 verstaatlichten Bank tobt. Vor einem Monat war wegen dieses Streits bereits der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Ditz zurückgetreten.

Die Hypo Alpe Adria verschlingt eine Milliarde nach der anderen. Nach einer Neubewertung des Kreditportfolios wird in Bankkreisen jetzt damit gerechnet, dass die frühere Tochter der BayernLB noch einmal weitere zwei Milliarden Euro als Kapitalspritze braucht. Das Finanzministerium in Wien ist etwas optimistischer und spricht von etwa 700 Millionen Euro an zusätzlichem Kapitalbedarf. Mehr als zwei Milliarden Euro hat Österreich bereits in die marode Bank gepumpt. Ende 2009 war das Institut nach dem Rückzug der BayernLB verstaatlicht worden. Die Münchener Landesbank wollte kein Geld mehr in ihre damalige Österreich-Tochter stecken, es drohte die Insolvenz.

Vorstandschef Kranebitter hat Dienstagmorgen seine Kollegen und die Eigentümer über seinen vorzeitigen Abgang informiert. Bis zur Präsentation der Halbjahresbilanz im August will er noch auf seinem Posten bleiben, teilte die Bank mit. In einem Brief an die Mitarbeiter begründete Kranebitter den Schritt mit der öffentlichen Debatte in Österreich über mögliche weitere Milliardenverluste, die auf die Bank durch den von der EU verlangten raschen Verkauf ihrer Töchter zukommen könnten. „Innerhalb von Wochen haben die konstanten Drohungen über eine Zerschlagung und die wiederholte Nennung von Horrordefiziten einen großen Teil der Konsolidierungsarbeit der vergangenen drei Jahre zunichte gemacht“, schrieb Kranebitter an die Belegschaft. Er ziehe daraus die Konsequenzen und gebe sein Mandat zurück. „Ich gehe, aber ich laufe nicht weg“, schrieb Kranebitter.

Sein Vertrag wäre noch bis 2016 gelaufen und war erst im Frühjahr um drei Jahre verlängert worden. Kranebitter steht seit Anfang 2010 an der Spitze der Bank und war der erste vom Staat eingesetzte Vorstandsvorsitzende. Insider bezeichnen insbesondere sein Verhältnis zur konservativen Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) als „schwierig“. Das wachsende Misstrauen auf beiden Seiten und der anhaltende Streit über den Sanierungskurs hätten letztlich zum vorzeitigen Rückzug des Vorstandschefs geführt.

Bei der Sanierung der maroden Bank sind dem vom Staat eingesetzten Management bislang kaum Erfolge gelungen. Die verschiedenen Tochterbanken auf dem Balkan und in Italien sind kaum verkäuflich. Außerdem sitzt die Bank unverändert auf einem gewaltigen Berg von wackligen Krediten. Noch vor der Übernahme durch die BayernLB Anfang 2007 hatte die Hypo Alpe Adria – damals noch unter Führung des Landes Kärnten – in großem Stil und wenig kontrolliert vor allem in Ex-Jugoslawien Kredite vergeben und war dadurch dort zu einem der Marktführer aufgestiegen. Zudem hatte die Bank viel Geld in wacklige Immobilienprojekte gesteckt.

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  • Schade, daß Gottwald Kranebitter zurücktritt! Statt mit der Hypo Alpe Adria Bank zu streiten, sollte Frau Maria Fekter lieber mit der EU härter verhandeln, um eine Fristverlängerung für die Bank zu erreichen. Außerdem:
    eine Bad Bank muß her!


  • Schön, nun kommen langsam die österreichischen Pleiten ins Spiel. Dauert ja schon zu lange. Wo ist die Erste mit ihren blanken Südosteuropakrediten ?
    Wird ein heisser Herbst im Euroland.
    Ersteht short-turbos.

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