Neue Beraterfirma: Maschmeyer und Rürup stürzen sich ins Abenteuer

Neue Beraterfirma
Maschmeyer und Rürup stürzen sich ins Abenteuer

Der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und der Ex-Wirtschaftsweise Bert Rürup wollen es noch einmal wissen: Sie gründen eine Beratung für Alters- und Gesundheitsvorsorge. Beide wollen sich damit einen Traum erfüllen - und haben einen prominenten Politiker als weiteren Partner im Visier.
  • 11

BERLIN/FRANKFURT. Sie könnten sich einen Marktstand teilen. Der eine preist ihn an, der andere wickelt ihn ein - den Fisch. Carsten Maschmeyer und Bert Rürup sind ein kongeniales Team. Der Ex-AWD-Chef und der Ex-Wirtschaftsweise kennen sich seit Jahren. Anfang 2010, schon gleich also, verwirklichen sie das, was sie im Gespräch mit dem Handelsblatt "einen Traum" nennen: Sie gründen ein eigenes Beratungsunternehmen. Die Maschmeyer-Rürup-AG heißt es. Wie auch sonst. Sie wollen damit Banken, Versicherer und Regierungen in Alters- und Gesundheitsvorsorgefragen berateneine: ein Verkäufer, wie er im Buche steht. Es gibt nichts, was AWD-Gründer Maschmeyer nicht an den Mann bekommt. Seine Begeisterung ist ansteckend. Zuletzt hat sie den Versicherer Swiss Life angesteckt, der Maschmeyer sein Unternehmen abgekauft hat. Ob die Käufer mit ihren Neuerwerbungen immer glücklich werden, steht auf einem anderen Blatt.

Der andere: ein Berater, der auch ungefragt den Mund aufmacht. Bert Rürup war als Vorsitzender des Sachverständigenrats kein Bequemer. Als Professor im Unruhestand und Namensgeber der Rürup-Rente berät er den AWD, der nicht zuletzt Altersvorsorgeprodukte verkauft. "Kein Scherz", titelte der AWD am ersten April über sein Papier, in dem er die Personalie mitteilte. Der Professor und der Selfmademan können gut miteinander. Sie schieben sich im Gespräch die Bälle zu. "Wir werden unseren Traum, Konzepte für die Alters- und Gesundheitsvorsorge weltweit mit unserer Hilfe zu installieren, jetzt umsetzen", sagt Maschmeyer.

Man wolle nicht McKinsey Konkurrenz machen. "Wir werden eher ein exklusiver Ratgeber und Begleiter für Entscheidungsträger sein." Von der Kombination ist auch Rürup angetan. "Maschmeyer hat die große unternehmerische Erfahrung und das Vertriebs-Know-how. Ich bringe die analytische Kompetenz ein", stellt er fest. So einfach ist das. Mit 66 Jahren muss niemand mehr bescheiden sein. Und dieses Duo schon gar nicht.

Maschmeyer greift, wie es seine Art ist, fast zu den Sternen: "Rürup ist Rentenpapst, viele sehen in mir den Vertriebspapst", lautet seine Sicht der Dinge. Das Unternehmen wird mit zwölf Mitarbeitern starten. Designierter Vorstandschef ist Maschmeyer. Rürup wird Vorstandsmitglied. Zusammen halten die beiden Unternehmensgründer 100 Prozent der Anteile. Es ist nicht Maschmeyers erster Traum, den er da angeht. Ursprünglich verfolgte der Selfmademan die Idee, den AWD zum weltgrößten unabhängigen Finanzdienstleister zu machen.

Seite 1:

Maschmeyer und Rürup stürzen sich ins Abenteuer

Seite 2:

Kommentare zu "Maschmeyer und Rürup stürzen sich ins Abenteuer"

Alle Kommentare
  • Oh mann oh mann, das erinnert mich an unseren ehemaligen bundeskanzler Kohl der sich von der industrie hat "beeinflussen" lassen. Sowie unseren bundeskanzler Schröder sich "beeinflussen" lies. Und Hr. Wulff, usw.usw.. Helfen diese Leute wirklich den bürgern unseres Landes? Darf man diese Leute überhaupt kritisieren? ich will nur eins festhalten, diese berater,beraterfirmen aggieren nicht zum Wohle des bürgers sondern helfen nur den Oberen Zehntausend.

  • Hallo ich möchte eine Lanze für Herrn Maschmayer brechen. Finde dieses Land hätte mehr von diesen verantwortungsbewußten Leuten verdient. Aus den vorherigen Kommentaren lese ich viel Neid raus. Würde mir den Herrn Maschmayer in der Politik wünschen. Sind wir froh, dass er noch im Lande bleibt und etwas bewegen möchte. Produkte werden nur gekauft wenn ein Vorteil gesehen wird und so muß er gute Produkte gehabt haben sonst hätte er ja nicht den Erfolg. Denken wir mal drüber nach wie mit großen Landsleuten verfahren wird. Mein größter Wunsch währe ihn mal persönlich kennen zu lernen. Möchte hier meine Hochachtung für Herrn Maschmayer ausdrücken!!!

  • Erst Rürup und nun wahrscheinlich noch Riester.
    betrachtet man, wer bei der DVAG so alles ein und aus geht, wird es erst recht peinlich (um es mal ganz dezent auszudrücken).

    Man prüfe mal, welch eiskalter Wind dem AWD in Österreich entgegenweht (einfach mal googlen).

    Deutschland, du willst es einfach nicht anders :-(

  • Hallo an Alle Leser,

    zunächst einmal hört sich diese Schlagzeile als "perfekter Coup" an. Auch die vermeintlichen beweggründe sind nachvollziehbar und machen irgendwo auch Sinn. Was dem ganzen einen etwas faden beigeschmack gibt ist die Tatsache, dass die beiden Herren dies tun, um in politische und wirtschaftliche Regionen vorzustoßen, wie es bis jetzt noch keiner instanz gelungen ist (weder banken, Versicherungen noch andere Finanzdienstleister).

    Die teilweise doch recht zweifelhaften Methoden einiger AWD-Mitarbeiter sind hierbei nicht gerade für dieses Vorhaben förderlich. Als "Rentenpapst" hat Herr Professor Rürup leider auch nicht wirklich viel erreichen können. Ausser, dass die deutsche bevölkerung mehr zum Thema private Vorsorge sensibilisiert wurde. Aber haben die Menschen wirklich "mehr Rente in der Tasche"? ist die Relation dieses "mehr" wirklich vorteilhaft?

    ich bin gespannt, wie die beiden Herren 2010 ihre AG aufbauen und welche Meldungen man hier noch hören wird.

    ich persönlich habe nichts gegen MLM oder Strukturvertriebe, da jedes Unternehmen über eine Struktur/Organisation verfügt. Auch dass hier die Personen selbständig arbeiten finde ich eher positiv, weil sie hier auch eine Dienstleistung erfüllen und "normalerweise" nur dann ihren persönlichen Erfolg zu verzeichnen haben, wenn sie den Kunden auch nachhaltig gut beraten.

    Sollte dies nicht der Fall sein, so ist dies kein Argument gegen eine bestimmte Rechtsform oder eine bestimmte Form des Vertriebes, sondern vielmehr ein Mangel an ethischen Umgangsformen und das Fehlen von Moral und Respekt gegenüber seinem Nächsten. Und dies ist leider momentan branchenübergreifend der Fall, nicht nur in der Finanzdienstleistungsbranche, sondern auch in der industrie und im Handel. Es gibt hier genügend berichte (Capital, Handelsblatt, wirtschaftswoche tec..) aus denen hervorgeht, welche Art von Drückerkolonnen sogar innerhalb der banken "Gewehr bei Fuss" stehen. Der Spagat: mache ich es meinem Arbeitgeber recht oder habe ich lieber Respekt vor der Entscheidung des Kunden - genau diese Frage stellen sich extrem viele bankangestellte.

    Meiner Meinung nach gibt es hier folgende Möglichkeiten: eine öffentliche instanz, die regelmäßig Kunden zu ihrer beratung befragt. Die auch den berater dementsprechend auf Herz und Nieren prüft und direkt den Kundenkreis befragt, ob sie ihren berater weiterempfehlen können.

    Es ist nicht das alleinige Mittel - aber zumindest ein Ansatzpunkt, der sich durchaus lohnen würde und dem Verbraucher auch wieder mehr Vertrauen gibt.

  • Das alles was der schneidige Herr Maschmeyer (und all die anderen Struki-Könige) anfasst, zur Drückerkolonne mutiert, ist hinlänglich bekannt. Auch das seine Art von Geschäften immer zum Nachteil des Kunden sind. Am Zulauf zu solchen Unternehmen erkennt jedoch man wie das Volk tickt.
    Mit welcher Dreistigkeit hingegen Politiker seit Jahren Gesetze zu ihrem eigenen Nutzen erfinden und erlassen, ist eine neue Qualität im Selbstbedienungsladen.
    Was mich aber mutlos macht ist die Leichtgläubigkeit (ich würde leiber ein anderes Wort wählen, will aber nicht ausfällig werden) mit der die Menschen reagieren. immer und immer wieder, trotz besseren Wissens, fallen sie auf den Schwindel herein. Und das ist, es was es Leuten wie Maschmeyer und Rürup so leicht macht ihre Kunden kalt grinsend auszunehemn.

    Es ist wie mit Kaffeefahrten und Telekomaktinären: Alle wissen vom Schwindel, tun es aber immer wieder. Quasi Zwanghaft. Um sich anschliesend öffentlich zu beschweren das man betrogen wurde.

  • Hi Schnubbi,
    lies mal die Kommentare:
    "wenn wir die letzen infos über die Rürup-, bzw. Riester-Rente richtig rüberbekommen haben, so sind die Nutznießer eher die Versicherer als die Kunden"

    Hab ich doch gestern gesagt...

  • Man(n) und frau können sich nur wundern, welche aberwitzigen Verbindungen ab und an zustande kommen können.
    in meiner Lebensverscherungsphase war AWD eine Drückerkolonne, u.a. bei Allianz. Und wenn wir die letzen infos über die Rürup-, bzw. Riester-Rente richtig rüberbekommen haben, so sind die Nutznießer eher die Versicherer als die Kunden. immer dieselben die draufzahlen - siehe Jahre langen Kampf von Herrn Meyer, bund der Versicherten, bis zum Ende des Rechtsstreites zu seinen Gunsten, mit der Feststellung, der Gegner sei ein Lügner und er dürfe bei seiner Auffassung bleiben. - Jetzt eine weitere blase.

  • Sehr bissig, was ich als Kommentar lese. Dabei stehts doch da: beratungsschwerpunkt sind banken und Versicherer! Kunden kann man unter den gegebenen Umständen auch nicht mehr raten.
    Vielleicht erinnert sich Herr Maschmeyer auch an einen Kinderpark im Rhein-Mosel-Gebiet, in dem es gegen Eintritt von 3 Groschen eine 80 m lange finstere Kinderhöhle zu durchtasten galt, an derem Ende außer dem Licht der Sonne nur der Verlust der 3 Groschen zu beklagen war. Dafür ist der Erkenntnisgewinn bis heute nicht zu leugnen. Man taste sich den felsigen Wänden entlang, irgendwann kommt Licht!
    Einem Rürup und Riester verdenke ich es hingegen nicht. Historisch erahnen sie wohl schon, dass künftige Generationen ihre Namen als Schimpfwort landläufig werden lassen.

  • Zuerst verscherbelt Maschmeyer seinen AWD noch vor dessen absehbarer Flaute an die Swiss Life, anschließend installieren Maschmeyer/Rürup durch Kopie einer ähnlichen Geldvernichtungs-Maschine eine neue Konkurrenz zur Swiss Life.

    Die Träume der Anleger von einem sicheren und stabilen Wertzuwachs bleiben vermutlich unerfüllt im Gegensatz zum Volle-Taschen-Traum der initiatoren Maschmeyer/Rürup.

  • ... na Herr Maschmeyer, schon wieder Flaute im bett ?

Serviceangebote