Neue Biographie
Die Geheimnisse des Ferdinand Piëch

Eine neue Biographie über Ferdinand Piëch gelingt es nicht, das Rätsel des Managers zu lösen und eine vertiefende Analyse zu schaffen. Trotzdem lohnt sich das Lesen - das Buch informiert auf sehr unterhaltsame Weise.
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HamburgWolfgang Fürweger kann sein Glück kaum fassen. Der sonst so verschwiegene Industrielle Ferdinand Piëch, Enkel des genialen Ingenieurs Ferdinand Porsche und aus eigenem Antrieb an die Spitze des Autobauers Volkswagen gelangt, lässt den österreichischen Journalisten in sein Salzburger Büro bitten.

Und dann nimmt sich der Patriarch stundenlang Zeit - welcher Berichterstatter träumt nicht davon?

Fürwegers sechsseitiger Prolog ("Wie ich Ferdinand Piëch kennenlernte") in seiner jetzt bei Ueberreuter vorgelegten Biografie des VW-Chefaufsehers ist ein Lesegenuss. Wie der junge Journalist und die Managerlegende in dessen Büro gemeinsam bei Keksen, Tee und Kaffee die bewegte Familiengeschichte der Porsches und Piëchs durchgehen, liest sich als spannendes Zeugnis einer Ausnahmebegegnung, Bei dem Treffen im Dezember 2006 ging es um Fürwegers exzellentes, aber inzwischen vergriffenes Buch "Die PS-Dynastie", das sich um "Ferdinand Porsche und seine Nachkommen dreht". Dieses Mal hatte er Pech: Der Patriarch verweigerte sich jedem Gesprächswunsch für die eigene Biografie.

Warum auch? Piëch selbst hat seine Sicht der automobilen Welt bereits 2002 - nach seinem Abgang als VW-Vorstandschef - in der "Auto.Biographie" dargelegt. Doch gute Gründe gäbe es zuhauf: Schließlich ersetzt eine Selbstbespiegelung keine kritische Betrachtung von außen - und in den Jahren seit 2002 wurde aus Volkswagen in einem schmerzlichen Prozess unter Piëchs Aufsicht ein aussichtsreicher Wettbewerber für die Spitze der Autobranche. Allein das noch lange nachwirkende Übernahmepoker zwischen Porsche und VW lohnt eine Auseinandersetzung.

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