Neue Erkenntnisse
Anklage schließt Freispruch für Mobilcom-Gründer nicht aus

Im Prozess gegen den Gründer und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Mobilcom, Gerhard Schmid, hält die Staatsanwaltschaft Kiel einen Freispruch durchaus für möglich. Die Verhandlung wurde daher zunächst einmal vertagt.

HB KIEL. Die am Mittwoch zum Prozessauftakt von der Verteidigung vorgelegten Unterlagen belegten, dass ein Freispruch „der Fall sein könnte“, sagte Staatsanwalt Axel Goos in Kiel. Das Landgericht vertagte die am Vormittag begonnene Verhandlung vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse auf den 27. Juli. Schmid wird vorgeworfen, Firmenanteile im Wert von 500 000 Euro ohne Gegenleistung verkauft und damit eine Bankrotthandlung begangen zu haben.

Schmid wird vorgeworfen, dass er eigene Firmenanteile an eine Gesellschaft in Liechtenstein veräußert haben soll, obwohl die Landesbank Sachsen die Anteile pfänden wollte. Schmid hatte bei der Landesbank Schulden von umgerechnet 102 Millionen Euro aus einem Kredit für ein Immobilienprojekt, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Auf Grund der Übertragung blieb eine Pfändung dieser Gesellschaftsanteile durch die Bank erfolglos. Schmid soll die Anteile erst veräußert haben, nachdem die Landesbank vor Gericht eine Zahlungsverpflichtung gegen ihn durchgesetzt hatte.

Schmid hatte Mobilcom 1991 gegründet und zu einem erfolgreichen Mobilfunkunternehmen ausgebaut. Er verhob sich aber mit dem Einstieg in das UMTS-Geschäft und wurde im Juni 2002 als Vorstandschef abgesetzt. Schmidt hatte zuvor einen Streit mit Mobilcom-Mitbesitzer France Telecom über die Geschwindigkeit des UMTS-Aufbaus. Am Ende war er unterlegen und musste als Firmenchef gehen. 2003 meldete er Privatinsolvenz an.

Das Immobilienprojekt in Kiel ist inzwischen fast fertig. Es umfasst Büroräume und Wohnungen und gehört vor allem Schmids vermögender Ehefrau.

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