Neue Führungskräfte
Merck bedient sich bei Rivalen

Der Chemie- und Pharmakonzern Merck stellt sein angeschlagenes Arzneimittelgeschäft neu auf. Deshalb hat das Unternehmen zwei neue Managerinnen von der Konkurrenz abgeworben. Die Frauen sollen die Wettbewerbsfähigkeit von Merck stärken.

FrankfurtNeue Wege mit neuem Personal. So soll die Arzneimittelsparte von Merck wieder an Fahrt gewinnen. Die Spanierin Belén Garijo, bisher für das Europageschäft von Sanofi verantwortlich, soll bei Merck Serono ab September die neu geschaffene Funktion des "Chief Operating Officers" übernehmen. In dieser Rolle leitet sie dann das weltweite operative Geschäft.


Zweiter Neuzugang ist die Britin Annalisa Jenkins. Sie ist bisher für Medizinfragen beim US-Konzern Bristol-Myers Squibb verantwortlich und soll sich bei Merck künftig um die Medikamente kümmern, die bereits an einer großen Anzahl von Patienten getestet werden - und kurz vor der Zulassung stehen. Jenkins übernimmt damit den Posten von Bernhard Kirschbaum, der als Forschungschef auch für diesen Bereich zuständig war. Sie und auch Garijo sind ausgebildete Ärztinnen.


Stefan Oschmann, der seit Jahresbeginn für die Pharmatochter verantwortlich ist, hat sein zehnköpfiges Führungsteam damit um zwei Frauen erweitert. Mit den Neueinstellungen zeigt Oschmann, dass er den nötigen Umbau bei Serono weiter vorantreiben will. Das rund sechs Milliarden Euro große Pharmageschäft von Merck steht unter gewissem Druck, nachdem in den vergangenen Jahren mehrere hoffnungsträchtige Entwicklungsprojekte scheiterten - darunter das potenzielle Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin.


Bereits vor einigen Monaten kündigte Konzernchef Karl-Ludwig Kley an, dass effizientere Strukturen im Pharmabereich notwendig seien. Und dazu passt die Aufgabenbeschreibung für die beiden Neuen: Die Rolle von Garijo werde in erster Linie darin bestehen, "in höchstem Maße wettbewerbsfähige Geschäfts- und Marketingstrategien zu definieren". Kirschbaum und Jenkins sollen die Flexibilität und Kreativität erhöhen und das unternehmerische Denken fördern - damit "ein effizienterer Einsatz der Ressourcen ermöglicht" wird.

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