Neue Manager
Die drei für die Zukunft der Telekom

Der Konzern drängt in neue Geschäftsfelder und hat jetzt dafür die Verantwortlichen gefunden. In den Bereichen der "Neuen" sieht die Telekom ihre Zukunft. Nebenbei hält man sich an die Frauenquote.
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BONN. Es ist ein großes Tamtam, das die Telekom veranstaltet, um drei Manager aus der zweiten Reihe vorzustellen: Konzernchef René Obermann ist zugegen, ebenso wie Reinhard Clemens, Chef der Großkundensparte T-Systems. Die beiden Vorstände präsentieren Kollegen, deren Namen wohl kaum bekannt geworden wären, würden sie nicht gerade jene Felder verantworten, in denen die Telekom ihr Heil für die Zukunft sieht.

Das sind intelligente Netze für die Strom-, Automobil-, Gesundheits- und Medienbranche. "Langfristig wird das sicher mal ein zentrales Standbein für die Telekom", sagt Obermann. Vorerst sind die Pläne bescheiden: Mindestens eine Mrd. Euro Umsatz will der Konzern bis 2015 in den neuen Feldern erreichen. Bei einem Gesamtumsatz von derzeit rund 65 Mrd. Euro ist das ein überschaubarer Anteil.

Die drei, die für Bewegung sorgen sollen, berichten direkt an Clemens, dem Mastermind für die intelligenten Netze. Dazu zählen unter anderem Stromzähler, die an das Internet angeschlossen sind und Haushaltsgeräte je nach Strompreis an- und ausschalten. In Kooperation mit dem Energieversorger Eon will die Telekom künftig in den eigenen T-Punkt-Filialen auch selbst Strom verkaufen.

Diesen Zukunftsbereich soll Gabriele Riedmann de Trinidad leiten, die vor einem Monat vom kleinen Schweizer Stromzähleranbieter Landis + Gyr zur Telekom nach Bonn wechselte. Für die Schweizer hat sie bereits in Schweden mit Eon Stromzähler mit Web-Anschluss in Haushalten installiert. Die selbstbewusste Riedmann de Trinidad ist die sechste Frau im 60-köpfigen Management-Zirkel der Telekom. Der Konzern will eine Frauenquote von 30 Prozent erreichen. Als Absolventin der Elektrotechnik ist Riedmann de Trinidad es gewohnt, sich in einer Männerwelt zu bewegen. "Als Frau muss man immer mehr zeigen als ein Mann, dass man was kann", sagt sie.

Ein alter Telekom-Hase ist dagegen Axel Wehmeier, der die Gesundheitsbranche ins digitale Zeitalter führen soll. Seit 1998 arbeitet er im Konzern, zuletzt sechs Jahre als Büroleiter von Obermann. Wehmeier hat Dinge entwickelt wie den Sturz-Teppich: Der ist mit Sensoren ausgestattet, die erkennen, wenn jemand hinfällt und nicht wieder aufsteht. Dann ruft der Teppich via Mobilfunk Hilfe.

Um des Deutschen liebstes Kind - das Auto - soll sich Horst Leonberger kümmern, der schon seit 1994 bei der Telekom ist und sich in der Zeit meist um Partnerschaften mit der PS-Branche gekümmert hat. Er soll die rollenden Status-Symbole nun an das Internet anschließen. Sie lesen ihrem Fahrer dann E-Mails vor, warnen vor Ölspuren und Nebelbänken oder spielen die Lieblingsmusik ihres Besitzers.

Die automobile Web-Anbindung schützt zudem vor Diebstählen: "Auf unserem wichtigsten Markt, Brasilien, ist der Diebstahl von Autos stark zurückgegangen, seitdem sie alle eine IP-Adresse besitzen und sich damit lokalisieren lassen", sagt Leonberger. Dabei ist der gelernte Kybernetiker selbst begeisterter Fahrradfahrer. Sein Verhältnis zur Autobranche ist dennoch alles andere als distanziert: Seine Frau hat ein eigenes Unternehmen für Motoren gegründet. "Die wichtigsten Branchenthemen besprechen wir am Frühstückstisch", verrät er.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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