Neue Medien gewinnen
Flut an Werbeflyern geht zurück

Die Flut an Werbeflyern wird einer Studie zufolge in den kommenden Jahren abnehmen. Der Grund: Die Handelskonzerne bauen ihr Marketing um. Bei den Handelskonzernen zeichne sich eine klare Umschichtung der Werbebudgets zugunsten von elektronischen und neuen Medien ab, teilte das EHI Retail Institute am Mittwoch in Köln mit.

bia KÖLN. Diese Erkenntnis basiert auf einer breit aufgestellten Untersuchung, in der die Forscher des EHI Retail Institutes 31 große Handelsunternehmen über alle Branchen hinweg, die für rund 60 Mrd. Euro Umsatz und rund 15 000 Geschäfte stehen, befragt haben.

Bislang investiert der Einzelhandel seine Werbeausgaben zu 70 Prozent in klassische Handelswerbung wie Handzettel, Kataloge und die sogenannten Schweinebauchanzeigen in den Tageszeitungen. Diese traditionelle Handelswerbung bleibt nach Ansicht der Kölner Wissenschaftler zwar weiterhin dominierend. Doch ihr Anteil an den Marketingetats werde um zehn Prozentpunkte auf gut 60 Prozent bis zum Jahr 2010 zurückgehen.

Einen wachsenden Anteil am Marketingetat werden nach Ansicht der Wissenschaftler hingegen die Werbemaßnahmen in den Geschäften, in Fernseh- und Radiowerbung, Direktmarketing sowie Internetwerbung erlangen. Bislang machen diese Marketingkanäle zusammengenommen ein Drittel des Werbekuchens aus. Bis 2010 werde sich ihr Anteil jedoch um mehr als acht Prozentpunkte auf 38,9 Prozent steigern. Die Kölner Marketingexperten halten langfristig sogar einen Anteil von 50 Prozent der elektronischen Medien an der Handelswerbung für möglich.

Medien, die eine direkte Ansprache erlauben oder vor Ort im Geschäft eingesetzt werden können, stehen somit auf der Gewinnerseite. Denn die Handelsunternehmen wollen künftig nicht mehr nur über den Preis werben, sondern auch Imagewerbung betreiben. So schaltet beispielsweise der Handelskonzern Rewe seit einiger Zeit emotionalisierende Fernsehspots und verspricht seinen Kunden darin, „Jeden Tag ein bisschen besser“ zu sein.

Die Wissenschaftler messen auch den digitalen Medien in den Märkten eine große Bedeutung bei. Zum Beispiel den Werbefilmen in den Läden: 14 Prozent der befragten Handelsunternehmen setzen derzeit Instore-TV ein. Immerhin 57 Prozent wollen es mittelfristig anschaffen oder unternehmen bereits Pilotversuche.

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