Neue Präsidenten
Goldman Sachs ordnet Spitze neu

Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Führungsspitze neu geordnet. Die Bank ernannte jetzt Gary Cohn und Jon Winkelried zu ihren neuen Präsidenten. Die beiden Banker sind damit gemeinsam die Nummer zwei hinter dem designierten Goldman-Chef Lloyd Blankfein.

tor NEW YORK. Verstärkung bekommt Goldman außerdem durch Robert Zoellick. Der 52-Jährige trat gestern als stellvertretender Außenminister der USA zurück und kündigte an, künftig für die Investmentbank zu arbeiten. Nachdem Goldman bereits mehrere Spitzenmanager an die Politik verloren hat, ist es damit dem Finanzhaus gelungen, den Spieß einmal umzudrehen. Zoellick soll für die globale Strategie zuständig sein.

Das Revirement war notwendig geworden, nachdem der bisherige Konzernchef Hank Paulson von US-Präsident Bush zum neuen Finanzminister ernannt worden war. Die Neubesetzung steht unter dem Vorbehalt, dass Paulson vom Senat bestätigt wird. Daran zweifelt in Washington jedoch niemand. Die Anhörungen beginnen in den nächsten Tagen. Nach der Ernennung Blankfeins war mit Spannung erwartet worden, welche weiteren Personen in den engsten Führungskreis von Goldman berufen würden. Muss die Bank doch das Machtgleichgewicht zwischen den klassischen Investmentbankern auf der einen und den Händlern auf der anderen Seite wahren.

Blankfein selbst gilt als Repräsentant der Handelssparte, die unter seiner Führung zu den profitabelsten der Wall Street aufgestiegen ist. Im vergangenen Jahr steuerte das Handelsgeschäft 66 Prozent zu den Gesamteinnahmen von 24,8 Mrd. Dollar bei.

Das traditionelle Investment-Banking brachte es dagegen nur noch auf 15 Prozent. Nach den jüngsten Verwerfungen an den Finanzmärkten dürfte der Eigenhandel für die Bank noch wichtiger, aber auch riskanter werden. Die Börsianer haben darauf zuletzt mit Kursabschlägen für die großen Investmenthäuser reagiert.

Auch die beiden neuen Präsidenten haben lange im Handelsgeschäft gearbeitet. Der 45-jährige Cohn leitete zuletzt den Aktienhandel. Winkelried (46) ist zwar Chef des Investment-Bankings, verbrachte aber eine lange Zeit in seiner Karriere im Anleihenhandel (Fixed Income). Cohn und Winkelried werden als Chief Operating Officers das Tagesgeschäft des Finanzhauses leiten und auch einen Platz im Board (Verwaltungsrat) einnehmen.

Zusätzlich soll der Investmentbanker John S. Weinberg neuer Vice-Chairman von Goldman werden, um die Machtbalance zu halten. Der 48-Jährige ist der Sohn des früheren Goldman-Chefs John Weinberg.

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