Neue Studie
Firmen in der Krise brauchen externe Nachfolger

Während stabile Unternehmen mit Chefs aus den eigenen Reihen besser fahren, sollten Firmen im Umbruch sich eher nach externen Nachfolgekandidaten umsehen. Das zeigt die neue Studie einer Personalberatung.
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DüsseldorfMal ganz abgesehen von den Querelen um die Nachfolge von Josef Ackermann als Chef der Deutschen Bank zumindest eines hat der Aufsichtsrat mit der Berufung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen richtig gemacht: In Zeiten satter Unternehmensgewinne hat er sich für interne Kandidaten entschieden.

Eine Studie belegt: Vorstandschefs, die aus dem Unternehmen selbst kommen, führen ein gesundes Haus meist erfolgreicher als Nachfolger, die von außen dazustoßen. Umgekehrt erzielen externe Kandidaten tendenziell bessere Ergebnisse, wenn sich die Firma im Umbruch oder in einer Krise befindet. Das ist das Ergebnis einer Analyse der internationalen Personalberatung Spencer Stuart, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Untersucht wurden die 320 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien. In den fünf Jahren von 2004 bis 2008 fanden 163 Chefwechsel statt. 63 Prozent der Nachfolger kamen von innen, 29 Prozent von außen, der Rest aus dem Board. Spencer Stuart bewertete die Leistung der neuen Chefs danach, wie sich Börsenkurs, Umsatz, Gewinn und Innovationskraft entwickelten.

Das klare Ergebnis: In allen untersuchten Ländern erbrachten interne Nachfolger deutlich bessere Leistungen, wenn die Unternehmen stabile Zeiten durchlebten. 51 Prozent erreichten herausragende Ergebnisse, aber nur 17 Prozent der Externen schafften das. In Krisen- oder Umbruchzeiten dagegen leistete fast jeder dritte Externe außergewöhnlich gute Arbeit, aber nur 23 Prozent der Eigengewächse.

Wenn es um die Entscheidung zwischen einer internen oder externen Nachfolge geht, sollte daher vor allem die wirtschaftliche Situation des Unternehmens betrachtet werden. "Studienfach, Alter oder der bisherige Karriereverlauf sagen nur wenig darüber aus, ob der neue Chef später erfolgreich arbeiten wird oder nicht", sagt Yvonne Beiertz, Partnerin von Spencer Stuart.

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