Neue Transparenzregeln
US-Manager sollen Karten auf den Tisch legen

Die Top-Manager in den USA müssen künftig weitere Details ihrer Vergütungen offen legen. Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission hat am Mittwoch einstimmig ein neues Regelwerk verabschiedet, das die Managergehälter transparenter macht.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Ein Gesamtbetrag, in den die wichtigsten Gehaltsbestandteile eingehen, soll die Vergütungen von Unternehmen zu Unternehmen vergleichbar machen. „Die Offenlegung wird die Interessen der Aktionäre stärken“, sagte SEC-Chef Christopher Cox in Washington. Cox hatte das Regelwerk erarbeitet. Es ist nicht nur die bislang wichtigste Initiative seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr, sondern auch die größte Reform bei der Offenlegung von Managergehältern seit 14 Jahren.

Grund für das Vorgehen der Börsenaufsicht ist der anhaltend große Unmut über exzessive Managergehälter in den USA. Zwar geben die börsennotierten US-Firmen einmal im Jahr Auskunft über die Bezahlung ihrer Führungselite. Darin sind jedoch wichtige Bestandteile wie Pensionszusagen und der Wert von Aktienoptionen nicht enthalten. Außerdem finden sich viele Informationen nur im Kleingedruckten oder werden durch fachsprachliche Formulierungen vor den Investoren verschleiert.

Heute spielten Aktienoptionen, Pensionszusagen und die nachträgliche Vergütung eine weitaus größere Rolle als früher. So erhält zum Beispiel der kürzlich ausgeschiedene Exxon-Chef Lee Raymond bis zu seinem Lebensende eine jährliche Rente von 5,9 Mill. Dollar. „Die SEC versucht, dieser Entwicklung jetzt Rechnung zu tragen“, sagt Mark Borges, Spezialist für Vergütungsfragen bei der Unternehmensberatung Mercer in Washington. Die Vorschläge könnten nach seiner Meinung Signalcharakter für andere Länder haben.

Im Einzelnen sehen die neuen Regeln vor, dass die fünf führenden Manager eines Unternehmens detailliert ihre Gehaltsbestandteile auflisten und einen Betrag für die Gesamtvergütung angeben müssen. Neben dem Grundgehalt müssen die Firmen auch Boni, den Marktwert von Aktienoptionen, Pensionszusagen und Zusatzleistungen wie die Nutzung von Firmenjets angeben, wenn diese den Betrag von 10 000 Dollar pro Jahr übersteigen. Außerdem müssen sie die Höhe von Abfindungen offen legen. Die Angaben sind in „einfachem Englisch“ zu machen.

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