Neue Wachstumsquellen
Firmen suchen verstärkt Allianzen

Erfolglose Fusionen und Übernahmen machen viele Unternehmen skeptisch. Jetzt sind Kooperationen wieder gefragt. Grund für den Zuwachs: Unternehmen stellen wieder das Wachstum in den Vordergrund der Strategie.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Auf der Suche nach neuen Wachstumsquellen gehen Unternehmen zunehmend strategische Allianzen ein: Nach dem starken Rückgang seit dem Jahr 2 000 wird die Zahl der weltweit abgeschlossenen Kooperationen in diesem Jahr erstmals wieder steigen. Das ergibt eine Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) auf Grundlage von Daten des Informationsdienstleisters Thomson Financial. Thomson registrierte bis November weltweit mehr als 2 000 neu abgeschlossene Allianzen, im gesamten vorigen Jahr waren es 1 926.

Grund für den Zuwachs: Unternehmen stellen wieder das Wachstum in den Vordergrund der Strategie, nachdem die zurückliegenden Jahre von Kostensenkung und Konzernumbau geprägt waren. „Dabei rücken Allianzen als Alternative zu Fusionen und Übernahmen wieder stärker ins Blickfeld“, beobachtet Alexander Roos, Partner bei BCG in Berlin. Nach Angaben von Thomson Financial ist die Zahl der Fusionen und Übernahmen 2005 rückläufig. Zu Allianzen werden in der BCG-Analyse neben Kooperationen rechtlich unabhängiger Unternehmen auch Joint-Ventures gerechnet.

Der Blick auf verschiedene Branchen bestätigt den Trend. Die Autoindustrie etwa verzichtet weitgehend auf Fusionen und setzt klar auf Allianzen: Fiat baut ein Kleinwagenmodell mit Ford, Daimler-Chrysler entwickelt mit BMW und General Motors die Hybridmotorentechnik weiter. Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber hält auf Projekte bezogene Allianzen für die „beste Möglichkeit“, teure Technologie für Kunden erschwinglich zumachen.

Aber auch bei der Erschließung neuer Vertriebswege wird stärker kooperiert – etwa zwischen Brauereien, und Haushaltsgeräteherstellern. So stellt der niederländische Heineken-Konzern exklusive Bierfässchen für die Heimzapfanlage von Krups her, Konkurrent Inbev produziert Fässchen der Marke Beck’s und Diebels, die nur mit der Zapfanlage von Philips geleert werden können. Das gemeinsame Vorgehen hat Erfolg: Krups und Heineken verkauften bisher rund 100 000 Zapfanlagen und knapp drei Millionen passende Bierfässchen.

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