Neuer Arbeitsdirektor zum 1. Dezember
Piëch wählte mit Gewerkschaften Hartz II

Neuer Arbeitsdirektor von Europas größtem Autobauer Volkswagen wird Audi-Manager Horst Neumann. Der Lebensgefährte von Andreas Nahles gewann offensichtlich eine Kampfabstimmung gegen die Arbeitgeberseite.

HB HAMBURG. Der Aufsichtsrat von Volkswagen bestellte den bisher im Vorstand der Tochter Audi für das Personalwesen zuständigen Neumann am Freitag zum Nachfolger des in der VW-Korruptionsaffäre zurückgetretenen Personalvorstands Peter Hartz. Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte das Personalressort seitdem kommissarisch mitgeführt. Neumann übernehme das Personalressort zum 1. Dezember, teilte VW mit.

Neumann ist nach dpa-Informationen am Freitag im Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers in einer Kampfabstimmung bestellt worden. Alle Vertreter der Anteilseigner-Seite hätten zunächst eine Vertagung der Personalentscheidung gewollt. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) als Vertreter des Anteilseigners Niedersachsen habe gegen Neumann gestimmt. Es habe dann aber eine Mehrheit aus Arbeitnehmervertretern sowie Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch für Neumann gegeben.

Dem neuen Arbeitsdirektor bei Volkswagen, Horst Neumann, ist bereits seit Wochen der Spitzname Hartz II vorausgeilt. Die Karriere des 56-jährigen Audi-Managers und Lebensgefährten der 35-jährigen SPD-Linken Andrea Nahles ist seit Jahrzehnten aufs Engste mit der IG Metall verbunden. Im Führungskampf zwischen Jürgen Peters und Berthold Huber um die Nachfolge von Klaus Zwickel war Neumann sogar im Sommer 2003 als Kompromisskandidat für das Amt des IG-Metall-Vorsitzenden im Gespräch.

Schon vor dem Bekanntwerden der VW-Affäre galt der Audi-Arbeitsdirektor als Kronprinz von Peter Hartz für dessen Posten im Vorstand des Mutterkonzerns. Wie es heißt, sollen Hartz und IG-Metall-Chef Peters gemeinsam Neumann deshalb vor drei Jahren von Thyssen-Krupp zu Audi geholt haben. Seit dem Abgang von Hartz galt Neumann als Favorit von Peters für den einflussreichen VW-Vorstandsposten.

Allerdings wurden ihm zunächst geringe Chancen eingeräumt, da Neumann angeblich wegen seiner Gewerkschaftsnähe beim niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff auf starke Vorbehalte gestoßen sei. Öffentlich hatte sich der CDU-Politiker Wulff bei der Neubesetzung für einen Neuanfang bei VW ausgesprochen.

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