Neuer Aufsichtsratschef
Der Sohn des Patriarchen übernimmt

Es war reine Formsache: Christoph Mohn, Sohn des Unternehmens-Patriarchen Reinhard Mohn, ist der neue Chefkontrolleur bei Bertelsmann. Der Aufsichtsrat schätzt Mohn. Er sei „nicht beeinflussbar“ und eine „ehrliche Haut".
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DüsseldorfEigentlich war es nur ein formeller Akt, und dennoch bedeutet es eine Zäsur bei Bertelsmann: Der Aufsichtsrat des ostwestfälischen Medienkonzerns wählte gestern in Berlin Christoph Mohn zum neuen Chefkontrolleur. Der 47-Jährige löst zum 1. Januar 2013 den langjährigen Aufsichtsratschef und früheren Vorstandsvorsitzenden Gunter Thielen ab. Damit ist der Generationenwechsel besiegelt. Matriarchin Liz Mohn hat ihren Sohn an die Schaltstelle des Medienriesen gesetzt.

Als einfacher Aufsichtsrat hatte sich der frühere Vorstandschef des 2009 abgewickelten Internetkonzerns Lycos Europe in den vergangenen sechs Jahren Respekt erworben. „Im Gegensatz zu seiner wankelmütigen Mutter ist er nicht beeinflussbar", sagte ein Bertelsmann-Aufsichtsrat dem Handelsblatt. Er sei „abwägend", „zögerlich" und schlichtweg eine „ehrliche Haut". In Gütersloh wird die Bescheidenheit des Unternehmenssohns geschätzt.

Ursprünglich hatte sein Vater Reinhard noch zu Lebzeiten seiner Schwester Brigitte den Vorzug gegeben. Doch sie konzentriert sich heute als Vorstandsmitglied auf die Bertelsmann Stiftung.

Christoph Mohn lebt mit seiner aus Indien stammenden Frau Shobhna und seinen drei Kindern in Gütersloh. Seine Frau, eine Mathematikerin, arbeitete jahrelang in der Finanzabteilung des Konzerns - damals unter Leitung des heutigen Bertelsmann-Chefs Thomas Rabe.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Neuer Aufsichtsratschef: Der Sohn des Patriarchen übernimmt"

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  • Es ist eine ueble Angewohnheit beim HB, dass man oft anhand des Headers eines Artikels nicht sehen kann um welche Firma es ueberhaupt geht.

  • Glückwunsch

    wie man an Volkswagen sieht, geht es nur gut, wenn ein starker Mann mit technischem Hintergrund an der Konzernspitze steht.

    Kaufleute sind dafür ungeeignet, aber sie sollen gut sein, wenn es darum geht, Unterlagen im Archiv abzuheften.

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