Neuer Bahnchef
Grube soll Position beziehen

Eine Bahn-Doppelspitze wird es wohl nicht geben: Daimler-Manager Rüdiger Grube gilt als heißester Kandidat für die Mehdorn-Nachfolge. Auch die Arbeitnehmervertreter sprechen sich für Grube aus, verlangen von ihm aber gleichzeitig klare Aussagen zur Zukunft des Konzerns.

BERLIN/DÜSSELDORF. Im Bahn-Aufsichtsrat zeichnet sich breite Zustimmung für den Chef-Kandidaten Rüdiger Grube ab – auch unter den Arbeitnehmervertretern. Für die Bundesregierung schlug Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) Grube gestern im Personalausschuss des Bahn-Aufsichtsrats vor. Die Ernennung muss vom kompletten Aufsichtsrat beschlossen werden.

Dass der 57-jährige Strategiechef des Daimler-Konzerns Nachfolger von Hartmut Mehdorn wird, gilt trotz zurückhaltender Äußerungen von den Eisenbahner-Gewerkschaften als sicher. Am Montag tagen Haupt- und Bundesvorstand der beiden Gewerkschaften, die im Bahnkonzern eine Tarifgemeinschaft bilden, gemeinsam in Berlin. Wie Gewerkschaftskreise erklärten, werde Grube sich auf Wunsch der Arbeitnehmervertreter dort persönlich vorstellen. GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel und der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner, beide Bahn-Aufsichtsräte, hatten mit Grube schon am Mittwoch gesprochen.

Die Gewerkschaften fordern von der Regierung im Zusammenhang mit der Berufung Grubes eine klare Aussage zum Erhalt des integrierten Bahnkonzerns, in dem die Infrastruktur und das operative Geschäft unter gemeinsamer Führung bleiben. An einer solchen Aussage dürfte die Ernennung des neuen Bahnchefs nicht mehr scheitern, machte Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) gegenüber dem Handelsblatt deutlich: „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass es keine Doppelspitze bei der Bahn gibt“, sagte er und betonte: „Es bleibt beim integrierten Konzern.“

Eine mögliche Teilprivatisierung der Bahn sei wegen der Finanzmarktkrise derzeit kein Thema, erklärte Steinmeier weiter. Bundesverkehrsminister Tiefensee (SPD) sagte dem Handelsblatt: „Die wichtigste Aufgabe für den Nachfolger wird sein, das Vertrauen der Belegschaft wiederzugewinnen.“ Auch er sprach sich für den integrierten Konzern aus. Die Bahn müsse „in Zukunft in der Fläche präsent sein und fit sein für den europäischen Wettbewerb“, sagte Tiefensee.

Steinmeier berichtete außerdem, dass er den zukünftigen Bahnchef Grube bereits seit langem kenne und schätze. „Unsere Wege haben sich in den letzten Jahren immer wieder gekreuzt.“ Bei etlichen Anlässen habe er ihn getroffen, etwa, wenn es um den Luftverkehr oder die Flugzeugindustrie ging. Er habe mit ihm vergangenes Jahr auch darüber geredet, Arbeitsplätze in der Luftverkehrsbranche zu erhalten, sagte Steinmeier. „Ich schätze ihn als einen unprätentiösen Gesprächspartner.“

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