Neuer Chef für Autobauer
Ehemaliger Renault-Vize soll PSA übernehmen

PSA Peugeot Citroën bekommt offenbar einen neuen Chef: Carlos Tavares, früher Carlos Ghosns Stellvertreter bei Renault, soll die Führung übernehmen. Tavares wurde auch bei US-Autobauern gehandelt.
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ParisDer angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroën bekommt nach Informationen der französischen Tageszeitung „Le Monde“ einen neuen Chef. Die bisherige Nummer eins Philippe Varin (61) solle im kommenden Jahr von dem früheren Renault-Manager Carlos Tavares (55) abgelöst werden, berichtete das Blatt am Montag auf seiner Internetseite.

Der offizielle Beschluss durch den Aufsichtsrat stehe unmittelbar bevor, schrieb „Le Monde“. Eine offizielle Ankündigung sollte es noch am selben Tag oder an diesem Dienstag geben, hieß es. Das Unternehmen wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Auch andere Medien berichteten jedoch unter Berufung auf Konzernkreise über den bevorstehenden Wechsel.

Tavares war Ende August überraschend und mit sofortiger Wirkung zurückgetreten – um sich anderen persönlichen Projekten zu widmen, teilte Renault mit. Vor seinem Engagement bei Renault war er Chef von Nissan America. Zuletzt wurde daher auch über einen Wechsel des Portugiesen in die USA spekuliert. „Meine Erfahrung wäre für jede Firma gut“, wurde Tavares noch vor seinem Rückzug bei Renault von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zitiert. „Warum nicht GM? Ich wäre geehrt, wenn ich eine Firma wie GM führen dürfte.“ Auch Ford schien als neuer Arbeitgeber für Tavares denkbar.

Bei Peugeot Citroën würde den Manager eine Menge Arbeit erwarten: Wegen der Absatzkrise in Europa steckt PSA seit längerem in erheblichen Schwierigkeiten. Allein im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der Autohersteller einen Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro. Varin fährt deswegen derzeit einen harten Sparkurs mit rund 11.200 Stellenstreichungen. Der französische Konzern ist bislang nach Volkswagen der zweitgrößte Autobauer Europas.

Zudem laufen Verhandlungen über einen möglichen Einstieg des chinesischen Partners Dongfeng. Gerüchten zufolge könnten sich sowohl Dongfeng als auch der französische Staat im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit PSA-Anteilen eindecken. Dieser hält bislang lediglich Anteile am Rivalen Renault.

Varin hatte im Juni 2009 das Steuer bei PSA übernommen. Er machte sich zuvor unter anderem als Sanierer des britischen Stahlkonzerns Corus einen Namen. Nach Informationen der Tageszeitung „Le Figaro“ hat der 61-Jährige nun selbst die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet und sich bereits mit Tavares getroffen. Varin will die Konzernführung demnach abgeben, wenn die Verhandlungen mit Dongfeng beendet sind. Bis dahin könnte Tavares als Nummer zwei das operative Geschäft führen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

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