Neuer Chef für DB Schenker Rail
Siemens-Manager soll kriselnde Güterbahn führen

Der Schienen-Güterverkehr der Deutschen Bahn kriselt und verliert ständig Marktanteile an Konkurrenten. Jetzt soll es ein neuer Vorstandsvorsitzender richten: Jürgen Wilder kommt von der Regionalzug-Sparte von Siemens.

BerlinDer Siemens -Manager Jürgen Wilder soll den Schienen-Güterverkehr der Deutschen Bahn aus der Krise führen. Der Chef der Siemens-Hochgeschwindigkeits- und Regionalzug-Sparte werde Ende des Jahres Vorstandsvorsitzender von DB Schenker Rail, sagten mit der Personalie Vertraute am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Wilder hatte erst Anfang 2013 den Posten bei Siemens angetreten, nachdem der Münchner Konzern erhebliche Schwierigkeiten bei Entwicklung und Auslieferung von ICE-3-Velaro-Zügen für die Bahn hatte. Weder Siemens noch die Deutsche Bahn wollten sich zu der Personalie äußern.

Eine Projektgruppe „Zukunft Bahn“ sucht derzeit nicht nur bei der Güterbahn, sondern auch in anderen Sparten wie dem Personenverkehr nach Lösungen, um die wegbrechenden Gewinne des Staatskonzerns zu stoppen. Beteiligt ist auch die Unternehmensberatung McKinsey. Geführt wird die Projektgruppe von Vize-Konzernchef Volker Kefer, Personen- und Güterverkehrsvorstand Berthold Huber sowie Arbeitsdirektor Ulrich Weber.

Zuvor waren bereits große Teile des Vorstands ausgetauscht und Aufgaben neu verteilt worden.

So musste auch der bisherige Chef des Schienen-Güterverkehrs, Alexander Hedderich, im Sommer seinen Posten räumen. Die Güterbahn (DB Schenker Rail) steckt seit Jahren in einer Krise, die sich zuletzt noch verschärft hat. Nach Angaben aus Konzernkreisen peilt die Bahn im Zuge des Sanierungskurses den Abbau Tausender Arbeitsplätze an. Allein bei der Güterbahn ist demnach die Streichung von bis zu 5000 Arbeitsplätzen im Gespräch.

Anfang November wird sich der Bahn-Aufsichtsrat in einer Sondersitzung mit den Problemen befassen. Im Dezember sollen dann tiefgreifende Entscheidungen folgen. Inwieweit Wilder darauf noch Einfluss nehmen kann, ist offen. Er selbst wird den Angaben zufolge seinen Posten erst im Dezember antreten.

Schenker-Rail ist immer noch Europas größte Güterbahn. Allerdings verliert der einstige Fast-Monopolist ständig Marktanteile an Konkurrenten. Derzeit soll Schenker-Rail für noch etwas über 60 Prozent des Marktes stehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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