Neuer Chef für deutsche „Meckies“
McKinsey-Chef Kluge tritt zurück

Jürgen Kluge, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, hat am Wochenende seinen Rücktritt verkündet. Nach acht Jahren an der Spitze der deutschen Organisation des internationalen Consulting-Primus will er Ende des Jahres seinen Posten räumen.

DÜSSELDORF. Die Kulisse war imposant. Überragt von 30 Meter hohen und 130 Meter langen Schaufelradbaggern feierten am vergangenen Freitag 2 700 Mitarbeiter samt Gästen das traditionelle Sommerfest der Unternehmensberatung McKinsey.

In „Ferropolis“ bei Wörlitz in Sachsen-Anhalt erinnern die Monster aus 7 000 Tonnen Stahl an den Braunkohletagebau. Jürgen Kluge nutzte die Bühne aus Vergangenem und stellte die Weichen für die Zukunft. Ende dieses Jahres werde er die Führung von McKinsey in Deutschland abgeben, kündigte Kluge an – just einen Tag bevor er 53 Jahre alt wurde. Kluge leitet das Deutschland-Geschäft der Unternehmensberatung seit Anfang 1999.

Im Unternehmen hieß es, Kluge habe stets angestrebt, nach acht bis zehn Jahren den Chefposten abzugeben. Dass sein Vorgänger Herbert Henzler 14 Jahre im Amt blieb, sei eine Ausnahme gewesen. McKinsey strebe eine regelmäßige Rotation an. Zur Ruhe setzen wird sich Kluge freilich nicht. Er soll künftig ein weltweites Arbeitsmodell für alle „Meckies“ entwickeln, wie die McKinsey-Berater genannt werden.

Wer Kluge als Deutschland-Chef nachfolgt, gilt als offen. Nun ist es an McKinsey-Chef Ian Davis, einen Kandidaten vorzuschlagen, auf den sich die Partner der Unternehmensberatung einigen müssen. Seit Jürgen Kluges Amtsantritt ist die Zahl der deutschen Partner bei McKinsey von 75 auf 125 und die Zahl der Mitarbeiter von 1 330 auf 1 900 gestiegen. Der Honorarumsatz verdoppelte sich auf 600 Millionen Euro. In Deutschland ist McKinsey, das 1926 in den USA gegründet wurde, erst seit 1964 aktiv.

Jürgen Kluge wurde 1953 im westfälischen Hagen geboren. Er studierte Physik in Köln und promovierte mit einer Arbeit über Laserphysik. Danach begann er seine Karriere bei McKinsey, wo er zunächst vor allem Kunden aus der Automobilindustrie betreute. Nach nur fünf Jahren stieg er zum Partner auf.

Vor drei Jahren wurde Kluge als Nachfolger von McKinsey-Chef Rajat Gupta gehandelt, schied aber im zweiten Wahlgang aus. Kluges Steckenpferd ist die Schule. Hier profilierte sich der Physiker als profunder Kenner der Schulsysteme in aller Welt. Für ihn ist es kein Lippenbekenntnis, dass eine solide Schulbildung die Grundlage jedes Erfolgs ist.

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