Neuer Chef kommt erstmals aus dem Versandhandel
Achenbach soll Karstadt in Schwung bringen

Der Chef des größten europäischen Versandhandels- und Warenhauskonzern, Wolfgang Urban, legt zum 31 Mai sein Amt nieder. Sein Nachfolger soll zum 1. Juni Vorstandsmitglied Christoph Achenbach werden. Das teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung am Montag in Essen mit.

HB ESSEN. Aufsichtsratschef Hans Meinhardt sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Konzern wolle nach Urbans Weggang eine Trendwende beim Ergebnis erreichen und im Ausland zukaufen, wobei auch eine Kapitalmaßnahme denkbar sei. Die Karstadt-Quelle-Aktie gab nach Meinhardts Äußerungen ihre Tagesgewinne ab und schloss 0,37 Prozent im Minus. Zur Begründung für Urbans Rücktritt gab der Konzern „gesundheitliche Gründe“ an. In Aufsichtsratskreisen wurde indes als Grund für die Trennung auch auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens verwiesen.

Der 46-Jährige verantwortete bislang das Versandgeschäft des Konzerns. „Die schwache Inlandskonjunktur im Handel hat in den letzten Jahren zu Umsatzrückgängen und zu einem erheblichen Ertragsverfall geführt, der die positiven Effekte aus den Restrukturierungsmaßnahmen überkompensiert“, räumte der Konzern in seiner Erklärung Probleme ein. Das unter Urban aufgelegte Restrukturierungsprogramm solle unter Achenbach konsequent fortgeführt werden. Der Konzern hatte im März nach drastischen Geschäftseinbußen im vergangenen Jahr und Umsatzrückgängen auch Anfang 2004 einen umfassenden Umbau begonnen.

„Achenbach will schon in diesem Jahr eine Verbesserung. Nach

dem Verlust im ersten Quartal geht es aber zunächst darum, dass die Trendwende geschafft wird“, sagte Meinhardt Reuters. Aus Sicht des AR-Chefs kommt es für KarstadtQuelle darauf an, nicht nur auf der Kostenseite zu sparen, sondern zugleich auch das Fundament für ein stärkeres Ertragswachstum zu legen. „Wir wollen vor allem im Ausland wachsen, dort im Versandhandel und zwar auch mit Akquisitionen.“ So können der Konzern seine große Abhängigkeit vom inländischen Geschäft dämpfen. Die Finanzen werden Meinhardt zufolge zunächst konsolidiert, wobei auf mittlere Sicht - und angesichts der anvisierten Zukäufe - auch eine Kapitalspritze nicht ausgeschlossen ist. „Auf der Finanzseite wollen wir erst einmal den Sparkurs fort führen und das Working-Capital senken. Mittelfristig ist dann auch eine Kapitalmaßnahme denkbar“, erläuterte Meinhardt.

Andere Aufsichtsräte forderten von Achenbach bereits eine stärkere Konzentration auf das Kerngeschäft als dies unter Urban der Fall gewesen sei. Details wurden indes noch nicht bekannt. Der 1958 in Münster geborene Achenbach hatte 1989 bei Quelle im Unternehmensbereich „Strategische Planung“ begonnen. Im März 2001 wurde er zum Vorstandschef der Quelle AG ernennt. In den Konzernvorstand rückte er im Mai 2001 auf, dort ist er für den Versandhandel zuständig. Nachfolger in diesem Bereich soll der 51-jährige Arwed Fischer werden.

Seite 1:

Achenbach soll Karstadt in Schwung bringen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%