Neuer Chef wird der IBM-Manager Micheal Lawrie
Tom Siebel tritt als Chef von Siebel Systems ab

Tom Siebel ist als Chief Executive Officer (CEO) des US-Softwarehauses Siebel Systems Inc. zurückgetreten. Der Firmengründer des nach ihm benannten Unternehmens bleibt aber Vorsitzender des Aufsichtrats (Chairman). Seine Aufgabe als CEO übernimmt ab sofort Michael J. Lawrie, der bisher bei IBM den weltweiten Vertrieb leitete.

HB MÜNCHEN. Mit Tom Siebel verlässt einer der aggressivsten Software-Verkäufer des Silicon Valley das Rampenlicht des Wettbewerbs um den Vertrieb von Business Software. Siebel gehörte Anfang der 90er Jahre zu den Top-Managern von Oracle und gründete 1993 das nach ihm benannte Softwarehaus mit Sitz in San Mateo. Sein Ziel war es damals, den Firmenkunden eine bessere Unterstützung für ihre Kontakte zu den Kunden zu bieten.

In der IT-Branche wird dieser Bereich CRM-Software (Customer Relationship Management – Pflege von Kundenbeziehungen) genannt. Dabei ging Siebel in den aggressiven Gründungstagen soweit, zu behaupten, dass CRM-Software die bis dahin erfolgreiche Business-Software im Stile von ERP (Enterprise Ressource Planning) ablösen werde. Damit brachte er Siebel Systems auf direkten Wettbewerbskurs gegen das weltweit erfolgreiche deutsche Softwarehaus SAP, dem Primus der ERP-Anbieter.

Gut zehn Jahre nach der Gründung der aggressiven CRM-Softwareschmiede zeigt sich jedoch in der IT-Branche, dass eine spezielle Software zur Kundenbetreuung zwar ihren Platz hat, die etablierte ERP-Software aber nicht ablösen, sondern eher mit ihr kooperieren wird. Somit verlässt Tom Siebel zu einem Zeitpunkt die Bühne der aktiven Firmenleitung, an dem nun ein scharfer Wind des Wettbewerbs dem Softwarehaus ins Gesicht bläst. Der kommt nicht nur von SAP, sondern auch von US-Startups wie Salesforce.com.

Der Rücktritt von Tom Siebel folgt einem Muster, wie es in jüngster Zeit stärker in der Branche zu beobachten ist. Auch Bill Gates, Michael Dell und Larry Ellison haben dafür gesorgt, das die Ämter des CEO und des Chairman getrennt werden.

Tom Siebel setzt mit Michael Lawrie auf einen IBM-Manager, der bisher sein bester Kunde war. Lawrie sei die beste Wahl, um das Unternehmen weiterzubringen, dessen Marktposition auszubauen und für größeres Wachstum zu sorgen, erklärte der scheidende CEO Siebel, da er das Unternehmen, die Produkte, die Kunden und den Markt bestens kenne. Lawrie erklärte, Siebel Systems sei Marktführer bei Vertriebs- und Kundenmanagements-Software. Dem Unternehmen böten sich noch beträchtliche Wachstumsmöglichkeiten in diesem Bereich. Das Unternehmen konnte im ersten Quartal 2004 einen kräftigen Gewinnanstieg auf 31,7 Mill. $ (4,6 Mill. $) verbuchen.

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