Neuer Druck auf Italiens Zentralbankchef Fazio
BPI-Chef Fiorani tritt zurück

Gianpiero Fiorani gibt auf: Am Freitag hat der Chef der italienischen Volksbank Banca Popolare Italiana (BPI) seinen Rücktritt eingereicht – es geht eine Schlüsselfigur im jüngsten italienischen Bankenskandal.

HB MAILAND. Fiorani war es, der mit der offen-sichtlichen Unterstützung von Zentralbankchef Antonio Fazio und dessen Ehefrau das Gegenangebot für die Banca Antonveneta vorlegte, das den Eintritt der niederländischen ABN Amro im Juli verhinderte. Fiorani war es auch, der im August vom Gericht für zwei Monate vom Amt suspendiert wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Aktionärsabsprache, Kursmanipulation und Falschaussage unter Eid.

Dabei hatte seine Karriere so hoffnungsvoll begonnen. 1959 in der lombardischen Provinz geboren, fängt er nach dem Wirtschaftsabitur dank der Hilfe eines Bekannten in der Banca Popolare di Lodi an. Schnell steigt er zum Filialleiter auf und übernimmt schon in jungen Jahren schwierige Aufgaben. Vor allem seine Beziehungen im katholischen Lager helfen ihm beim Aufstieg. Sie helfen ihm auch, sich seinem Aufseher, dem Zentralbankchef Fazio zu nähern. Gegenseitige Besuche bei Familienfesten gehören bald zum Alltag. 1999 steigt er zum Chef der Popolare di Lodi auf und übernimmt eine Bank nach der anderen. Mit der Übernahme der deutlich größeren Antonveneta wäre die Volksbank, die ihren Namen im Frühjahr schon großspurig in Banca Popolare Italiana änderte, zur fünftgrößten italienischen Bank aufgestiegen. Doch der Traum ist zerplatzt. Die ABN Amro wird voraussichtlich Antonveneta übernehmen. Und Fiorani muss gehen. Nur sein Protektor Fazio bleibt noch immer im Amt.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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