Neuer DWS-Chef
Klaus Kaldemorgen tritt an

Selten wartete die Anlagebranche so gespannt auf eine Personalie. Am gestrigen Dienstag war es soweit: Klaus Kaldemorgen, der bei vielen Anlegern Kultstatus, übernimmt die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung der deutschen DWS Investment GmbH von Axel Benkner – der allerdings einfacher Geschäftsführer bleibt.

ben / ina / rez FRANKFURT. Der Aktienmann wird sowohl seine Fonds weiterhin betreuen als auch seine Funktion als Leiter des weltweiten Aktienfondsmanagements innerhalb der Vermögensverwaltungssparte des Mutterkonzerns Deutsche Bank (DeAM) behalten.

Die Meldung über die Wachablösung bei Deutschlands größter Fondsgesellschaft lässt einige Fragen offen. Es geht insbesondere um den künftigen Einfluss der DWS innerhalb der DeAM und um ihre mit Spannung erwartete Offensive mit Terminmarktprodukten.

Der Nachfolger wie auch sein Vorgänger gehören zum Urgestein der DWS, der Fondsmarke der DeAM. Kaldemorgen stieg vor 24, Benkner bereits vor 26 Jahren bei der Gesellschaft ein, die heute mit 119,4 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen Marktführer in Deutschland ist. Weltweit kommt die stark auf Europa ausgerichtete DWS-Gruppe auf 233 Mrd. Euro, die DeAM auf 540 Mrd. Euro.

Die Nachfolgeregelung findet überwiegend Zustimmung in der Branche. „Der Name Kaldemorgen ist gut belegt, das kann keine Interimslösung sein“, sagt beispielsweise Frank Wehlmann, Geschäftsführer der Ratingagentur Telos. „Ich traue Kaldemorgen zu, ein guter Sprecher der Geschäftsführung zu sein“, sagt auch Dachfondsmanager Eckard Sauren. Zwar sei es bedauernswert, dass Kaldemorgen damit weniger Zeit für das Fondsmanagement habe. Doch er habe bei seiner Berufung zum Geschäftsführer vor drei Jahren bereits gezeigt, dass er in der Lage sei, seine Kapazitäten so aufzuteilen, dass das Aktienfondsmanagement nicht vernachlässigt werde.

Hier und da äußern sich Beobachter allerdings auch skeptisch. „Kaldemorgen ist eine Feigenblattlösung, um den Reputationsschaden durch den Abgang von Benkner in Grenzen zu halten“, sagt ein Fondsmanager, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Diese Einschätzung knüpft an die kolportierten Meinungsverschiedenheiten zwischen Benkner, der immer ein starkes deutsches Selbstwertgefühl der deutschen DWS pflegte, und dem angelsächsisch geprägten DeAM-Leiter in New York, Kevin Parker. Den beiden wird ein eher schwieriges Verhältnis nachgesagt. Vor zwei Jahren war Benkner und mit ihm die DWS – die als Ertragsperle gilt – allerdings innerhalb der Deutschen Bank sogar noch aufgewertet worden: Er avancierte zusätzlich zum Leiter des weltweiten Wertpapierfondsgeschäftes der DeAM.

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