Neuer Gesamtmetall-Chef
Rainer Dulger rückt an die Spitze

Nach zwölf Jahren an der Spitze tritt Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser ab. Zum Nachfolger wurde bei der Mitgliederversammlung wie geplant Rainer Dulger gewählt, der zuvor bereits Vize-Chef war.
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MagdeburgDer 48-jährige Rainer Dulger ist neuer Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall. Er wurde am Freitag in Magdeburg zum Nachfolger von Martin Kannegiesser gewählt, der nach zwölf Jahren an der Spitze des Verbandes im Alter von 70 nicht wieder angetreten war. Dulger betonte, bei der Flexibilität der Tarifverträge sei man schon weit gekommen. Nun gehe es darum, die Tarifverträge an die moderne Arbeitswelt und Lebenswirklichkeit anzupassen.

Gesamtmetall vertritt den größten deutschen Industriezweig, der auf einen Jahresumsatz von mehr als eine Billion Euro kommt. Insgesamt sind nach aktuellen Angaben rund 3,7 Millionen Menschen in der Branche tätig. Gesamtmetall ist Dachverband der Arbeitgeberverbände der Branche, die zusammen 6300 Firmen mit mehr als zwei Millionen Beschäftigten organisieren.

Dulger betonte nach seiner Wahl die Bedeutung des Euro für die Industrie. „Der Euro ist eine der Grundlagen für den Erfolg der deutschen Industrie“, sagte Dulger der Nachrichtenagentur dpa. „Diesen gilt es zu erhalten, diesen gilt es zu verteidigen.“ Dies zeigten schon die vielen Exporte in die Eurozone.

Zu den sich eintrübenden Aussichten für die Wirtschaft sagte Dulger: „Die Konjunktur kühlt sich im Moment etwas ab. Wir beobachten das. Ich rechne aber nicht mit einem eiskalten Winter.“ Vielmehr erwarte er eine Konjunkturschwankung. „Unsere Industrie ist im Umgang mit Konjunkturschwankungen nicht unerfahren“, sagte Dulger. „Ich glaube, dass wir gut vorbereitet sind.“

Zu Forderungen nach einer Ausdehnung der Kurzarbeiterregelung im Fall eines Abschwungs sagte der neue Gesamtmetall-Chef: „Wir haben im Vorfeld schon mehrfach von der Bundesregierung die Bereitschaft gehört, im Bedarfsfall das wieder aufleben zu lassen.“ Er begrüße dies: „Das wäre auf jeden Fall richtig.“

Die Gewerkschaft IG Metall gratulierte Dulger zur Wahl. „Die bisherige Zusammenarbeit mit Gesamtmetall war offen, konstruktiv und vertrauensvoll. Diese Form der Zusammenarbeit bieten wir Herrn Dulger selbstverständlich auch an“, sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber. „Sichere Arbeitsplätze und zukunftsfähige Unternehmen brauchen starke Tarifpartner. Das ist auch weiterhin unser Ziel.“

Dulger war bereits Vize-Chef des Verbandes und Chef von Südwestmetall in Baden-Württemberg. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der ProMinent Unternehmensgruppe in Heidelberg, die mit 2300 Beschäftigten unter anderem Dosierpumpen für die Industrie und Wasseraufbereitungsanlagen herstellt. Kannegiesser hatte Dulger selbst vorgeschlagen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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