Neuer Opel-Betriebsrat
Feuertaufe für den Nachfolger von Opel-Betriebsratschef Franz

Im Januar übernimmt Wolfgang Schäfer-Klug den Vorsitz des Opel-Betriebsrats von Klaus Franz und steht damit vor schweren Aufgaben. Vor allem wolle er künftig wieder mehr Ruhe in die Sanierungsdebatte bringen.
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RüsselsheimInhaltlich passt kein Blatt zwischen den langjährigen Opel-Betriebsratschef Klaus Franz und seinen Nachfolger Wolfgang Schäfer-Klug. Doch zumindest äußerlich könnten die Unterschiede kaum größer sein. Denn dem umgänglichen Lackierer und flinken Volkstribun Franz folgt ein zunächst zurückhaltender Akademiker, der sich mit Autobau und Mobilität vor allem theoretisch auseinandergesetzt hat. Seine Feuertaufe unter strenger Beobachtung der Belegschaft und der Opel-Konzernmutter General Motors wird der 50 Jahre alte Schäfer-Klug bereits im ersten Amtsjahr bestehen müssen.

Der großgewachsene Darmstädter trägt neben seinem sperrigen Doppelnamen auch einen Doktortitel der Soziologie. Der Sozialdemokrat kann anders als sein Vorgänger Franz nicht auf eine glaubwürdige Karriere als Autobauer verweisen, sondern ist im Jahr 2000 als strategischer Berater des Betriebsrats bei Opel eingestellt worden. Vorbehalte habe er bislang nicht gespürt, sagt er tapfer.

Mitglied des Betriebsrats wurde Schäfer-Klug erst bei der Wahl im Jahr 2010, auf Platz drei der IG-Metall-Liste, die beim Autobauer über eine komfortable Mehrheit verfügt und letztlich ihre Personalien durchsetzen kann. Vor ihm standen Franz und die stellvertretende Betriebsratschefin Petra Deichmann, die künftig mit Schäfer-Klug ein Tandem bildet.

Schäfer-Klug ist bereits seit 2004 für die internationale Koordination der Arbeitnehmer in den diversen GM-Regionen und auf europäischer Opel/Vauxhall-Ebene verantwortlich. Das Europäische Arbeitnehmerforum, dessen Vorsitz Schäfer-Klug vom Vorruheständler Franz ebenso übernommen hat wie den Vorsitz im Rüsselsheimer Betriebsrat, ist letztlich seine eigene Erfindung. Die Wahl des Hessen zum Gesamtbetriebsratschef soll noch im Januar erfolgen, ebenso wie die Abstimmung über seine Franz-Nachfolge als Vize im Aufsichtsrat.

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„Mit Ideologien kann man nicht viel gewinnen.“

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