Neuer Personalchef der Telekom
Sattelberger erbt heißen Stuhl

Nach Handelsblatt-Informationen soll der Personalchef des Autozulieferers Continental, Thomas Sattelberger, in gleicher Funktion zur Deutschen Telekom wechseln. Dort lieferte sich bisher Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick einen erbitterten Kampf mit der Gewerkschaft Verdi um die geplante Verschiebung von 50 000 Service-Mitarbeitern in neue Einheiten.

HB BONN/HANNOVER. Beide Unternehmen wollten sich zum möglichen Wechsel nicht äußern. Nach dem Weggang von Heinz Klinkhammer zum Jahresanfang ist das Personalressort im Vorstand der Telekom vakant. Es wird derzeit von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick kommissarisch geleitet.

Sattelberger ist seit knapp vier Jahren beim Reifenhersteller Continental (Hannover) im Vorstand für Personal verantwortlich. Zuvor war der Betriebswirt, der aus Munderkingen in Baden-Württemberg stammt, bei der Lufthansa und bei DaimlerChrysler beschäftigt.

Sattelberger gilt als erfahrener Personalmanager, der keine Konflikte mit den Arbeitnehmervertretern scheut. Im Continental-Konzern wird sein Stil als „hart, aber fair“ beschrieben. Zusammen mit der Chemie-Gewerkschaft IG BCE und dem Betriebsrat erzielte Sattelberger im Winter 2005/2006 im wochenlangen Konflikt um die umstrittene Schließung der Pkw-Reifenproduktion am Stammsitz Hannover einen Kompromiss, mit dem am Ende beide Seiten leben konnten.

Sattelberger gilt als menschlich umgänglich, sein Verhältnis zu Konzernchef Manfred Wennemer gilt als loyal. Vielleicht wird ihm das helfen, denn er erbt den heißesten Stuhl, den die Telekom derzeit zu vergeben hat. Denn dort brodelt immer noch der Konflikt um die Verschiebung von 50 000 Service-Mitarbeitern in neue Einheiten. Die Arbeitnehmervertreter haben bereits mehrfach zu Warnstreiks aufgerufen und werfen dem Konzern vor, die Service-Mitarbeiter "nahe der Armutsgrenze" beschäftigen zu wollen. In der Tat will die Telekom, dass die Betroffenen für weniger Geld länger arbeiten sollen. Damit will sie ihre Kosten senken und gleichzeitig den Service verbessern. Viel zu tun als für den 57-Jährigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%