Neuer Regionalflughafen
Kassel-Calden setzt Geschäftsführerin vor die Tür

Nicht einmal ein Jahr ist der Flughafen Kassel-Calden eröffnet und hat schon seine erste Geschäftsführerin verschlissen. Die hessische Landesregierung schmeißt Maria Anna Muller raus – und will nun, dass Ruhe einkehrt.
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KasselFrühes Aus für Maria Anna Muller: Die Gesellschafter des defizitären Flughafens Kassel-Calden haben die Reißleine gezogen und den Vertrag mit der Geschäftsführerin aufgelöst. Nicht erfüllte Erwartungen und den wachsenden Erfolgsdruck von außen nannte Aufsichtsratschef und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Samstag als Gründe für die Entscheidung. Auf einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch soll die Vertragsauflösung formal beschlossen werden.

Muller erklärte, sie sei weiter davon überzeugt, dass der Flughafen alle Chancen hat, sich in den kommenden Jahren gut zu entwickeln. „Ich hätte daher gerne meine Aufgabe hier fortgesetzt“, versicherte die Managerin.

Der Flughafen steht seit seinem Start im April vergangenen Jahres wegen hoher Kosten und geringer Auslastung in der Kritik. Der Neubau des Airports sollte ursprünglich 151 Millionen Euro kosten, schlug dann aber mit 271 Millionen Euro zu Buche. Gesellschafter sind das Land Hessen sowie die Stadt und der Landkreis Kassel und die Gemeinde Calden.

„Wir wollen nun alles daransetzen, den Regionalflughafen Kassel-Calden wieder in medial ruhigeres Fahrwasser zu geleiten und gleichzeitig die künftige Geschäftsführung mit aller Kraft unterstützen, um das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen“, betonte Schäfer.

Muller hatte im Interview mit Handelsblatt Online im Januar noch für eine Schonzeit für das Flughafen-Projekt geworben. „Nach der Eröffnung wurde erwartet, dass wie in Frankfurt auf der Nordbahn alle drei Minuten ein großer Flieger ankommt“, sagte Muller. „Das ist natürlich Wahnsinn, wir bauen gerade erst einen Flughafen auf.“

Vom Rückhalt der hessischen Landesregierung schien die erfahrene Flughafen-Managerin überzeugt. „Die Gesellschafter des Flughafens Kassel-Calden wissen genau, dass es jahrelange Aufbauarbeit bedeutet, bis wir aus dem Gröbsten raus sind“, sagte Muller. „Wann verdienst Du Geld? So funktioniert ein Flughafen nicht. Ein Flughafen denkt in Dekaden. Wir sind kein Dax-Unternehmen, dass jedes Vierteljahr an der Börse gemessen wird, wir sind Infrastruktur.“ Doch nun muss Muller selbst nach nicht einmal vier Quartalen gehen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Neuer Regionalflughafen: Kassel-Calden setzt Geschäftsführerin vor die Tür"

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  • wohin raus schmeissen?

  • was unsere stuerhinterzieherin alice dazu wohl sagen wird.

  • Schmeißt die Politiker raus, die den Ausbau forciert haben!

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