Neuer RWE-Deutschland-Chef
RWE: Besser nicht unterschätzen

Rolf Martin Schmitz wird RWE-Deutschland-Chef. Schmitz, Chef des Kölner Regionalversorgers Rheinenergie, muss den Konzernumbau vorantreiben und sich mit vergrätzten Managern auseinandersetzen - eine heikle Aufgabe für den neuen Mann, dessen Hartnäckigkeit und Verhandlungsgeschick auch RWE-Chef Großmann bereits zu spüren bekam.

DÜSSELDORF. Jürgen Großmann ist offenbar nicht nachtragend. Im vergangenen Frühjahr lag der Vorstandsvorsitzende von RWE mit dem Chef des Kölner Regionalversorgers Rheinenergie, Rolf Martin Schmitz, noch gehörig im Clinch. Großmann wollte gemeinsam mit den Chefs der anderen großen Versorger den angestaubten Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) reformieren und einen namhaften hauptamtlichen Präsidenten installieren. Schmitz führte die Phalanx der Stadtwerke an, die den Vorstoß abblockten, und ließ sich selbst ins Amt des ehrenamtlichen Präsidenten wählen. Großmann schäumte, schimpfte über die verkrusteten Strukturen des BDEW und trauerte "einer vertanen Chance" hinterher.

Jetzt holt sich der energische RWE-Chef Verbandspräsident Schmitz ins eigene Haus. Schmitz? Verhandlungsgeschick und Hartnäckigkeit haben Großmann offenbar so überzeugt, dass er ihn gleich mit einer neuen und wichtigen Funktion betraut. Der 51-Jährige soll Vorstand für das nationale Erzeugungs-, Vertriebs- und Netzgeschäft werden. Im Klartext: Schmitz wird Deutschlandchef von RWE.

Der Aufsichtsrat soll in seiner Sitzung am 24. Februar die Berufung beschließen, der Personalausschuss hat bereits zugestimmt. Und mit der Personalie steht auch fest, dass der Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung gleich die Grundlagen für einen weiteren Umbau des Energiekonzerns legen wird. RWE will die Strukturen bei der Vertriebstochter Energy straffen, Regionalversorger zusammenlegen und die Gründung einer Landesgesellschaft - einer RWE Deutschland AG, in der Energy mit der Kraftwerksgesellschaft Power zusammenrückt - vorbereiten.

Branchenkenner trauen Schmitz den Spagat zwischen Vertrieb, Erzeugung und Netzgeschäft problemlos zu. Er habe sich sowohl eine gute technische als auch kaufmännische Expertise erarbeitet, heißt es. Und er habe bei den Firmen, die er aus eigenen Erfahrungen kenne, eine große Spannbreite an Themen abgedeckt.

Der promovierte Maschinenbauingenieur war lange bei dem Konkurrenten Eon beschäftigt - unter anderem als Chef der Kraftwerkssparte. Zudem hat er den Vertrieb in mehreren Stationen kennengelernt. Er war Vorstand der beiden Stadtwerke-Netzwerke Rhenag (RWE) und Thüga (Eon). Zuletzt leitete er Rheinenergie, einen der größten deutschen Regionalversorger. An dem Unternehmen, das immerhin drei Milliarden Euro umsetzt, ist RWE mit 20 Prozent beteiligt. Schmitz gelang unter anderem die Beteiligung an der Mannheimer MVV Energie.

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