Neuer Siemens-Finanzchef
Porträt: Joe Kaeser

Joe Kaeser muss bei Siemens über die eigenen Hürden springen. Als neuer Finanzvorstand des Technologiekonzerns steht er vom Start weg unter dem Druck der Renditeziele, die er selbst mit aufgestellt hat.

HB FRANKFURT. Der Strategiechef des Münchener Industrieriesen, der am Mittwoch überraschend als Nachfolger von Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger vorgestellt wurde, gilt als einer der Architekten des Systems von Margenvorgaben, mit dem Siemens im Jahr 2000 das so genannte „Performance-Controlling“ einführte. Ursprünglich zur Motivation der Mitarbeiter und Evaluierungsinstrument gedacht, rückten die Renditeziele - je nach Bereich zwischen fünf und 13 Prozent - wieder in den Blickpunkt, als Klaus Kleinfeld vor gut einem Jahr seinen Posten als Siemens-Chef antrat. Er schärfte Mitarbeitern und Investoren ein, dass die angepeilten Renditen bis April 2007 erreicht werden müssten.

Der 48-Jährige, der seinen Vornamen Josef in seiner Zeit in den USA auf Joe abgekürzt hat, ist enger Verbündeter Kleinfelds. Ihm steht ein steiniger Weg bevor: Im ersten Quartal (per Ende Dezember) erreichten nur sechs der 13 Bereiche ihre jeweiliges Renditeziel.

Neubürger war bei Analysten und Fondsmanagern hoch geschätzt - Kaeser wird von Kollegen als loyal und kompetent beschrieben, bei Investoren ist er aber ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. „Bis jetzt hat er bei der Finanzgemeinde noch kein Profil“, sagt UBS-Analyst Michael Hagmann. Der neue Finanzchef ist einer der wenigen Spitzenmanager der 2005 verkauften Mobilfunk-Sparte, deren Karriere bei Siemens weiterging. Bei der defizitären „IC Mobile“ war Kaeser von 2001 und 2004 Finanzchef. Dort gelang es ihm zwar, das Umlaufvermögen auf einen der geringsten Werte im Konzern zu reduzieren, die Sparte retten konnte er indes nicht.

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