Neuer Typus des Deutsch-Bankers
Fitschen - neues Aushängeschild für den Heimatmarkt

Die Deutsche Bank wird einen neuen „Mr. Deutschland“ bekommen. Jürgen Fitschen soll in Zukunft das Profil des größten inländischen Geldhauses auf dem Heimatmarkt schärfen.

mm FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank wird einen neuen „Mr. Deutschland“ bekommen. Jürgen Fitschen soll in Zukunft das Profil des größten inländischen Geldhauses auf dem Heimatmarkt schärfen. Dabei gehört Fitschen eigentlich zu den Managern, deren Biographie durch die Globalisierung geprägt wurde.

Als der damalige Vorstandschef Rolf-E Breuer und sein designierter Nachfolger Josef Ackermann Fitschen 2001 im Eilverfahren in den Vorstand beförderten, dürfte der Kandidat in fast mustergültiger Weise ihren Ansprüchen an den neuen Typus des Deutsch-Bankers entsprochen haben: Flexibel, auf vielen Gebieten versiert und international erfahren. 13 Jahre hatte Fitschen für die Deutsche Bank auf unterschiedlichen Posten in Bangkok, Tokio, Singapur und London verbracht. Aber der Niedersachse war nicht nur in der Welt zu Hause, er kannte auch fast alle Bereiche der Deutschen Bank von innen, als er die Nachfolge von Carl von Boehm-Bezing als Firmenkundenvorstand antrat.

Vorstand blieb Fitschen allerdings nicht lange. Als Ackermann Anfang 2002 kurz vor seinem offiziellen Amtsantritt in einem letzten Machtkampf die Führungsstruktur der Deutschen Bank ganz auf seine Person zuschnitt, wurden auch für Fitschen die Karten neu gemischt. Ackermann verkleinerte den Vorstand auf vier Personen. Zum eigentlichen Machtzentrum der Bank wurde das Group Executive Commitee mit elf Mitgliedern. Hier war Fitschen für das weltweite Transaction Banking und die Beziehungen zu denjenigen Firmenkunden zuständig, die nicht von Chef-Investmentbanker Michael Cohrs betreut wurden.

Seine Karriere hatte Fitschen nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften 1975 bei der Citibank in Hamburg gestartet. Zuletzt war er dort von 1983 bis 1986 Mitglied der deutschen Geschäftsführung. Vom Arbeitsklima bei der Citibank schwärmte Fitschen noch, als er schon lange für die Deutsche Bank arbeitete, vor allem was Teamgeist und Transparenz angeht. Mitarbeiter beschreiben ihn heute als offenen, bodenständigen Typen. Werte, die er in Zukunft als deutsches Aushängeschild der Bank vertreten soll, die sich gerade auf ihre deutschen Wurzeln zu besinnen scheint. Keine leichte Aufgabe, schließlich enden mittlerweile zwei Drittel der Berichtswege der Deutschen Bank in London oder New York.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%