Neuer Vorstand soll Wachstum antreiben
Dresdner tauscht Chef für Firmenkunden aus

Mit dem Führungswechsel im Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank übernimmt ein neuer Chef die schwierige Aufgabe, den Kurs von Sanierung auf Wachstum zu drehen. In den vergangenen Jahren stand unter der Führung von Karl Ralf Jung, beim Geschäft mit den Unternehmenskunden der Allianz-Tochter vor allem Restrukturierung auf dem Programm. Nun muss die Bank aber wieder ihre Erträge steigern. Und diese Aufgabe fällt dem neuen Firmenkundenchef Andreas Leimbach zu, der Mitte November den Posten übernimmt.

HB FRANKFURT/M. Jung war im Sommer 2002 von der Hypo-Vereinsbank zur Dresdner Bank gekommen und stieg im Folgejahr in den Vorstand auf. Nach Angaben der Bank hat er „aus persönlichen Gründen“ darum gebeten, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Jung werde eine neue Aufgabe in der Allianz Gruppe übernehmen. „Über die Aufgabe ist noch nicht entschieden worden, das wird derzeit verhandelt“, sagte ein Bank-Sprecher. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Gerüchte gegeben, dass Jung sein Amt niederlegen wolle. Unter anderem soll es Schwierigkeiten zwischen ihm und dem DRKW-Chef Pisker gegeben haben. Der 45-jährige Leimbach kam 1988 zur Dresdner Bank und ist seit 2002 für die Region Nord des Geschäftsbereichs verantwortlich.

Seit seinem Antritt im März 2003 hat Jung das defizitäre Firmenkundengeschäft saniert und wieder in die Gewinnzone geführt. Bei den Entlassungen hat er auch vor den Managern nicht Halt gemacht und eine ganze Führungsebene abgebaut. Unter seiner Führung hat die Allianz-Tochter faule Firmenkredite abgebaut und viele kleinere Mittelständler an den Bereich Privatkundengeschäft abgegeben. Ein Großteil des unrentablen Geschäftes ging auf die Institutional Restructuring Unit (IRU) über, die Kredite veräußert. Das Firmenkundengeschäft soll sich nur noch auf die 8. 000 größeren Unternehmenskunden konzentrieren und stärker mit dem Investment-Banking der Dresdner Kleinwort Wassterstein (DRKW) zusammen arbeiten. Die operativen Erträge im Corporate Banking sind in den ersten neun Monaten 2004 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 16 Mill. Euro auf 767 Mill. gesunken.

Dieses Jahr wird für das Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank daher entscheidend sein, sagt Reiner Osbild, Analyst von Sal. Oppenheim. „Dass man Kosten senken und Risiken abbauen kann, heißt noch nicht, dass man auch die Einnahmen steigern kann“, sagt er. Osbild bezweifelt, dass die Dresdner Bank ihr Ziel erreichen wird, in diesem Jahr die Kapitalkosten zu verdienen – also knapp 700 Mill. Euro netto. Nach „vier Jahren Unruhe“ habe die Dresdner viele Firmenkunden verärgert. Auch der Weiterverkauf von Krediten ist nach Ansicht von Osbild bei vielen nicht gut angekommen. Zudem gebe der deutsche Markt insgesamt derzeit wenig Grund zur Hoffnung, sagt er.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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