Neuer Vorstandschef soll neue Struktur umsetzen
Klein übergibt Edag an Blickle

Seit gestern ist die jahrelange cheflose Zeit beim Ingenieur-Dienstleister Edag AG vorbei: Klaus Blickle, Jahrgang 1955 und zuletzt President von Tesma International, einer Tochter des kanadischen Autozulieferkonzerns Magna, übernahm den Posten des Vorstandsvorsitzenden.

HB FULDA. Drei Monate früher als zunächst vorgesehen tritt Blickle als Feuerwehrmann in die Fußstapfen des ehemaligen Lufthanseaten Hemjö Klein, der im Februar kurzfristig vom Aufsichtsrat in den Vorstand gewechselt war und damit das Vakuum an der Spitze vorübergehend ausgefüllt hatte.

Der Grund des hektischen Handelns in der sonst eher beschaulichen Fuldaer Edag-Zentrale: Erstmals seit der Gründung 1969 hatte der Automobil-Dienstleister 2004 einen Verlust ausweisen müssen: 5,5 Millionen Euro Jahresfehlbetrag bei einem Umsatz von 572 Millionen. Kleins Diagnose im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Der Edag erging es wie vielen Unternehmen, die immer nur gewachsen waren. Es fehlten Konzepte und Strategien für den Rückgang.“

Die Aufregung über den Verlust, der überwiegend aus den produzierenden Bereichen kam, war offenbar größer als die Summe. Noch im alten Geschäftsjahr 2004 riefen die Gesellschafter Hemjö Klein herbei, Ex-Vorstand von Lufthansa und Deutscher Bahn und heute Vorstandschef der Beteiligungsgesellschaft Live Holding AG.

Klein mobilisierte weitere Köpfe aus der Wirtschaft für den Aufsichtsrat: Thomas Bach, Aufsichtsratsvorsitzender der Weinig AG, Hero Brahms, früher unter anderem Finanzvorstand der Linde AG, und Arndt Günther Kirchhoff, Chef der Autozuliefer-Gruppe Kirchhoff. Ulrich Krehahn, Personalleiter des Hamburger Airbus-Werks, war schon dabei. Klein selbst übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates, mehrere Familiengesellschafter schieden im Gegenzug aus. Diese Rochade deutet zumindest an, woran es bei Edag haperte – über die Fakten schweigt man dezent.

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