Neuer VW-Konzernchef
Martin Winterkorn: Ein Schwabe für Wolfsburg

Martin Winterkorn gilt als „Piëchs Krieger“. Der Audi-Chef und der VW-Aufsichtsratsvorsitzende liegen auf einer Wellenlänge. Sie haben gemeinsam schon mehrere Schlachten geschlagen. Die wohl wichtigste konnten sie jetzt für sich entscheiden: Winterkorn ersetzt Bernd Pischetsrieder als VW-Chef. Damit rückt ein begnadeter Techniker an die Konzernspitze.

STUTTGART. Audi-Chef Martin Winterkorn ist nicht gerade ein begnadeter Redner. Aber darauf kommt es dem Vollblutingenieur gar nicht an. Bärbeißig brummelt der Schwabe gerne über Fakten wie Qualitätskontrolle, Produktion und Leistung – und das halblaut in einem atemberaubenden Tempo. Schon in seinen ersten Tagen bei Audi vor fünf Jahren setzt in Ingolstadt ein völlig neues Selbstbewusstsein ein.

„Audi muss und wird sportlicher sein und der Konkurrenz die Stirn bieten“, gab er damals kund. Anfangs noch belächelt, hat er die Erfolgsgeschichte von Audi konsequent fortgeschrieben. Inzwischen nimmt es in München bei BMW oder bei Mercedes in Stuttgart niemand mehr auf die leichte Schulter, wenn Winterkorn sich hinstellt und wie zuletzt behauptet: „Bis 2015 wollen wir führender Premiumhersteller in der Welt werden.“

Der enge Vertraute des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch wird nun wichtigster Mann im VW-Konzern. Unverhofft schafft er doch noch den letzten Sprung auf der Karriereleiter – einen Sprung, den er eigentlich schon früher schaffen wollte. Aber Ex-BMW-Chef Bernd Pischetsrieder kam ihm dazwischen. Winterkorn, gewissenhafter Schwabe und begnadeter Techniker mit ausgeprägtem Kostenbewusstsein, wusste die Ehrenrunde bei Audi aber zu nutzen. Und immer, wenn Pischetsrieder ins Straucheln geriet, fiel sein Name als möglicher Nachfolger.

Der selten um ein Lächeln verlegene Manager zählt zweifellos zu „Piëchs Kriegern“. Martin Winterkorns Karriere als Automobilmanager ist eng mit dem Aufstieg des Patriarchen Ferdinand Piëch verbunden. Die Beförderung des ausgewiesenen Spezialisten für Qualitätssicherung zum Chef der sportlichen VW-Marken Audi, Seat und Lamborghini wurde schon 2001 eher als letzte Entscheidung des damaligen VW-Chefs Piëch denn als erste von dessen Nachfolger Pischetsrieder gesehen. Winterkorn hielt immer Kontakt nach Wolfsburg und behielt seinen Platz im Konzernvorstand. Während Pischetsrieder eine Krise nach der anderen durchstehen musste, konnte der zweitwichtigste Mann im VW-Konzern ihm die Schau mit einem Rekord nach dem anderen stehlen. Audi baute nicht nur die besseren Autos, sondern das auch noch zu deutlich geringeren Kosten als VW.

Wie Piëch gilt Winterkorn als begnadeter Techniker. Der Patriarch bewundert zudem das ausgeprägte Kostenbewusstsein des gewissenhaften Schwaben. Piëch soll einmal über Winterkorn gesagt haben, sie hätten praktisch immer die gleichen Ideen, aber komme Winterkorn von Verhandlungen dann mit noch besseren Konditionen zurück.

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