Neues Gremium in den USA
Sarbanes-Oxley bekommt Gegenwind

In den USA formiert sich der Widerstand gegen die strikten Bilanzierungsregeln nach dem so genannten Sarbanes-Oxley-Gesetz. Auf Betreiben der Wirtschaft und mit Unterstützung des US-Finanzministers Hank Paulson hat sich jetzt ein Gremium gegründet, das Reformvorschläge für das umstrittene Gesetz erarbeiten soll.

tor NEW YORK. Das berichtet das "Wall Street Journal". Ziel des hochrangig besetzten "Committee on Capital Market Regulation" sei es, Reformvorschläge für Sarbanes-Oxley und andere Regulierungen zu erarbeiten, die die Wettbewerbfähigkeit der amerikanischen Kapitalmärkte vermindert hätten.

Der Vorstoß kommt kurz nachdem Paulson in einer Rede moniert hatte, dass die vor vier Jahren erlassenen Regeln über ihr ursprüngliches Ziel hinausgeschossen seien. Das Sarbanes-Oxley-Gesetz war eine unmittelbare Reaktion auf die Bilanzskandale bei großen Unternehmen wie Enron, Worldcom & Co. Das Regelwerk verpflichtet alle an US-Börsen notierte Unternehmen, ein umfangreiches Kontrollsystem aufzubauen.

Kritiker bemängeln den hohen Kosten- und Zeitaufwand dafür und befürchten, dass ausländische Unternehmen von den Anforderungen abgeschreckt werden könnten. So hat John Thain, Chef der New York Stock Exchange (NYSE), darauf hingewiesen, dass ausländische Börsenaspiranten nach London oder Hongkong ausweichen würden, um nicht unter das umstrittene Gesetz zu fallen. In diesem Jahr fanden neun der bislang zehn größten Börsengänge außerhalb der USA statt.

Das neue Komitee wird von dem Wirtschaftsprofessor Glenn Hubbard und dem ehemaligen Investmentbanker John Thornton geleitet. Initiator und Direktor des Gremiums ist der Harvard-Rechtsprofessor Hal Scott. Zu den weiteren Mitgliedern gehören unter anderem der ehemalige Handelsminister Don Evans sowie eine Reihe von Firmenchefs. Kaum vertreten sind dagegen Aktionärsaktivisten. Die Gruppe soll bis Ende November Reformvorschläge erarbeiten. "Das Thema ist wichtig für die Zukunft der amerikanischen Wirtschaft und hat für mich Priorität", zitiert das "Journal" US-Finanzminister Paulson.

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