Neues Urteil zur Beratung bei Aktienkauf
Gericht stärkt Rechte der Anlegerbank

Lehnt der Kunde vor dem Erwerb von Fonds-Anteilen Angaben zu seiner Vermögenssituation ab, scheidet eine Haftung der Bank wegen pflichtwidrigen Unterlassens sachgerechter Beratung aus.

HB/crz GARMISCH. Das hat das Kammergericht (KG) Berlin entschieden. Begründung: Es lasse sich dann nicht feststellen, wie die Bank richtigerweise auf die vom Kunden nicht erteilte Information hätte reagieren müssen.

In dem Urteilsfall forderte ein Kunde von der beklagten Bank über 26 000 Euro wegen angeblich unzureichender Beratung im Zusammenhang mit dem Kauf von Anteilen an einem Immobilienfonds zurück. Hierzu trug er vor, dass die Beklagte nicht nur sein Anlegerprofil stärker hätte aufklären, sondern ihn auch auf die besonderen Fremdwährungs- und Rücknahmerisiken des in Aussicht genommenen Immobilienfonds hätte aufmerksam machen müssen.

Außerdem sei der Fonds seitens der Bank fälschlicherweise in Risikostufe 1 eingeordnet worden. Unstreitig hatte der Kunde gegenüber der Bank erklärt, er verfüge noch über weiteres Vermögen, ohne dies jedoch näher zu erläutern. Deshalb hielt sich die Bank nicht für verpflichtet, den Ausfall aus dem Fondsinvestment des Kunden auszugleichen.

Das sahen die Berliner Richter genauso. Der Kunde selbst habe durch seine mangelnde Kooperationsbereitschaft einer anlegergerechten Beratung Grenzen gesetzt. Selbst wenn der Fonds von der Bank in eine zu niedrige Risikoklasse eingestuft worden sei, könne der Kunde daraus für sich keine Rechte herleiten, da er schriftlich bestätigt hatte, auch in hochspekulative Papiere investieren zu wollen. Im Übrigen habe der Kunde den Fondsprospekt vollständig erhalten.

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