Nicht vorhersehbare Gewalt
Terrorgefahr berechtigt zu Reiserücktritt

Verschärft sich am gebuchten Urlaubsort die Sicherheitsheitslage durch unvorhersehbare Terrorakte, haben Reisende ein Recht zur Vertragskündigung. Das hat das Amtsgericht (AG) Bielefeld entschieden.

crz GARMISCH. Der Fall betraf eine Städtereise nach Istanbul in der Zeit vom 2. bis 7.12.2003, die der Kunde gegenüber dem Reiseveranstalter am 21.11.2003 wieder kündigte, nachdem es in der türkischen Hauptstadt am 15. und 20.11.2003 zu insgesamt vier Terroranschlägen gekommen war.

Das Amtsgericht bestätigte die Kündigung unter dem Gesichtspunkt nicht vorhersehbarer Gewalt. Von einer erhöhten Risikobereitschaft des Urlaubers könne dem gegenüber nicht ausgegangen werden, da Istanbul vor dem Novemberterror vor Anschlägen verschont geblieben war. Auch die allgemein bekannte Gefahr von Anschlägen durch PKK-Aktivisten in der Türkei ändere an diesem Befund nichts. Angesichts dessen, dass sich die Anschläge über mehrere Tage erstreckten, sei zudem auch am Tag der Kündigung mit weiteren Gewaltakten während der gebuchten Reisezeit zu rechnen gewesen. Diese Schlussfolgerung untermauerte das Gericht mit den seinerzeitigen Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes.

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