Nick Reh hat aus Schloss Wachenheim den größten Sekthersteller der Welt gemacht
Schampus für alle

Heißer Sommer, goldener Herbst, ein Jahrhundertjahrgang, gerade an der Mosel. Nick Reh nimmt’s trocken. „Ich bin vor allem Kaufmann“, sagt er. Seine Beziehung zum Getränk ist eine eher ökonomische. Das hat auch mit Mengen zu tun. Denn Reh handelt Wein en gros. Er ist Vorstandssprecher der Schloss Wachenheim AG, das ist der nach eigenen Angaben größte Sekthersteller der Welt.

TRIER. Die Konzernzentrale liegt in Trier in einem tristen Gewerbegebiet und erinnert äußerlich an eine Provinz-Sparkasse aus den 70ern. Botschaft: Jeder Cent zählt. Schmucklos auch das Büro. Der Konzernchef ist unauffällig freundlich. Einziger Luxus ist die rotgoldene Jaeger-Le Coultre am Handgelenk. Arbeit sei ihm sehr wichtig, sagt er.

Nick Reh hat viel zu tun. Ausgerechnet im Stammland ist Wachenheim nur noch die Nummer zwei. Und der Markt bleibt schwierig. Seit 1992 haben die deutschen Sektkellereien ein Viertel ihrer Produktion eingebüßt, 2002 gingen noch 302 Millionen Flaschen in den Markt. „Das Produkt Sekt ist stehen geblieben, es gibt ein Imageproblem“, sagt Reh auch an die eigene Adresse.

Einen Steinwurf von seinem Büro entfernt stehen stramm in Reihe Dutzende von gewaltigen Stahltanks, in jedem lagern 250 000 Liter Sekt. Hier liefert die Eisenbahn an, aus den Tanks strömt der Geruch vergorenen Traubensafts. 50 Millionen Liter sind hier gebunkert, es ist, als könne man die Faber Krönung schnüffeln. Beim aktuellen Sekttest des ZDF-Magazins „Wiso“ erreicht der Preisbrecher unter den Sekten den fünften Platz.

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