Niels Stolberg: Bremer Reeder verlässt Beluga Shipping

Niels Stolberg
Bremer Reeder verlässt Beluga Shipping

Niels Stolberg ist nicht mehr Chef der Beluga Shipping. Die Reederei teilte mit, Stolberg habe aus persönlichen Gründen um seine Beurlaubung gebeten - der Unternehmer stand seit Monaten unter starkem Druck.
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DüsseldorfDer Rückzug dürfte ihm schwergefallen sein: Niels Stolberg, Chef und Gründer der Bremer Reederei Beluga Shipping, hat sich gestern überraschend aus der Geschäftsführung zurückgezogen. Stolberg habe „aus persönlichen Gründen um eine Beurlaubung gebeten“, teilte das Unternehmen mit. Es kündigte weitere Veränderungen in der Firmenspitze an. Bereits gestern wurden mehrere Führungskräfte mit sofortiger Wirkung entlassen.

Ab sofort wird ein vom Kapitalinvestor Oaktree eingesetztes Management um den bisherigen Chief Restructuring Officer Roger Lliffe das alleinige Sagen in der Firmenzentrale haben. Es soll eine umfassende finanzielle Restrukturierung einleiten und die Reederei wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren: die Schwergutschifffahrt. Dort ist Beluga Shipping Weltmarktführer.

Stolberg hatte sich erst am Mittwochabend aus dem Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen mit der Begründung zurückgezogen, er müsse sich jetzt stärker auf seine „unternehmerischen Herausforderungen“ konzentrieren. Der 50-jährige Firmengründer stand seit Monaten geschäftlich unter Druck: Die Reederei braucht dringend frisches Kapital, um bestellte Schiffe zu bezahlen. Deshalb holte er vor acht Monaten den Investor Oaktree ins Boot. Für eine Kapitalspritze in Höhe von 175 Millionen Euro gab der Reeder ein Drittel seiner Unternehmensanteile her. Einige Monate später erhöhte Oaktree seine Beteiligung auf 49,5 Prozent. In der vergangenen Woche holten sich die Amerikaner vom Bundeskartellamt die Genehmigung, sogar die Mehrheit an Beluga Shipping zu erwerben.

Stolberg aber hatte auch im Unternehmen etliche Probleme zu bewältigen: Vor zwei Wochen musste Geschäftsführer Emilio Reales Bertomeo überraschend das Haus verlassen. Für Stolberg ein harter Schlag, galt Reales doch jahrelang als rechte Hand des Reeders. Zudem wurden Schiffe der Reederei vor der Küste Afrikas wiederholt von Piraten überfallen.

Stolberg gilt als Vollblutunternehmer. Als er 1995 das Unternehmen gründete, konzentrierte er sich auf das lukrative Nischengeschäft der Schwergutschifffahrt. Das Unternehmen setzte 2009 rund 415 Millionen Euro um und unterhält 72 Schiffe.


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  • Zu hoch geflogen, folgt doch der tiefe Fall. Seine Vorstellungen von Grösse verwirklichte Stolberg augenfällig auf dem Teerhof in Bremen. Dieser Grössenvorstellung entsprach nicht die unternehmerische Kompetenz.

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