Nokia Siemens Networks
Beresford-Wylie, der Chef

Simon Beresford-Wylie weiß, was er will – und seine Gesprächspartner ahnen das schnell. Sein scharfer, zielstrebiger Blick signalisiert dem Gegenüber, dass es nicht allzu viele Freiräume neben ihm geben wird.

STOCKHOLM. Seit Montag ist sein Name auch außerhalb der Telekombranche bekannt. Und richtig: Ab sofort wird der in Großbritannien geborene, aber in Australien aufgewachsene Beresford-Wylie Chef von Nokia Siemens Networks, des neuen Gemeinschaftsunternehmens von Nokia und Siemens, in dem die Netzsparten beider Konzerne zusammengefasst werden.

„Das wird er auch managen“, lautet das Urteil eines Mitarbeiters, der mit Beresford-Wylie seit dessen Übernahme der Nokia-Netzsparte Anfang vergangenen Jahres eng zusammengearbeitet hat. Immerhin kennt der Brite die Telekommunikationsbranche seit fast 20 Jahren und ließ schon als Chef der Nokia-Mobilfunknetzsparte kaum Zweifel daran, dass er diese Position nicht als endgültigen Höhepunkt seiner Karriere ansah.

Trotzdem war es überraschend, dass der zweifache Familienvater 2005 zum Chef der kleinsten Nokia-Sparte berufen wurde. Seine Vorgängerin Sari Baldauf hatte das Handtuch geworfen, und kaum jemand kannte Beresford-Wylie. Er war zwar schon seit 1998 bei Nokia, aber von Anfang an für den asiatischen Raum zuständig und deshalb nur äußerst selten in der Zentrale in Espoo bei Helsinki aufgetaucht. Logisch war seine Berufung dennoch: Der 48-Jährige hatte viele Türen im schwierigen asiatischen Markt für seinen Arbeitgeber aufgestoßen.

Bevor er zu den Finnen wechselte, hatte er beim australischen Telekomkonzern Telstra und später als Chef für den australisch-indischen Mobilfunkbetreiber Modi Telstra gearbeitet.

Kundennähe, sagen seine Gesprächspartner, ist für den Briefmarken- und Antiquitätensammler das A und O des Geschäfts. Und diesem, dem Beresford-Wylie-eigenen Alphabet mussten sich auch die Medien fügen: Sie kamen und kommen ganz am Ende, wenn irgendwo noch ein paar Minütchen Zeit sind. Begegnungen mit seinen potenziellen Abnehmern hat der ausgebildete Geograph und Historiker dagegen immer ganz oben auf seine Agenda gesetzt.

„Ich habe mich mehr als 20 Jahre mit technischen Dingen beschäftigt“, will er keine Zweifel an seiner Qualifikation aufkommen lassen. Aber es wurmt ihn, dass die Frage nach seiner Ausbildung immer wieder gestellt wird. Fast ein wenig unwirsch sagt er: „Ja, ich bin so etwas wie ein Quasi-Ingenieur, aber ich habe mich gut eingearbeitet, da ich schließlich auch keine dummen Fragen stellen möchte.“ Es ist seine wunde Stelle: die Studienwahl – und das, obwohl noch niemand öffentlich Zweifel an seinen Fähigkeiten vernehmen ließ.

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