Notfallpläne
Schweinegrippe treibt die Konzerne um

Seit Mittwoch herrscht Einigkeit im Kabinett über die Details zur Massenimpfung gegen die Schweinegrippe. Angesichts steigender Infektionsraten und einer zunehmenden Aggressivität des Virus ist es Zeit für deutsche Unternehmen zu handeln. Worauf Firmen achten müssen und wie sich Konzerne für eine drohende Pandemie wappnen.

DÜSSELDORF/BERLIN. 12 830 – so viele Menschen sind derzeit nach offiziellen Zählungen in Deutschland mit der Schweinegrippe infiziert. Täglich kommen bis zu 500 neue Infektionen hinzu. Im Herbst, warnen Experten, könnten die Fallzahlen in die Höhe schnellen, und das Virus könnte aggressiver werden. Für deutsche Unternehmen ist es höchste Zeit, sich vorzubereiten.

Wie gefährlich ist die Schweinegrippe wirklich?
Bislang verläuft die Krankheit in Deutschland eher milde mit Symptomen, die einer normalen Virusgrippe vergleichbar sind. Nur bei Menschen mit Vorerkrankungen wurden bislang schwere Krankheitsverläufe beobachtet. Doch schließen die Experten des Robert-Koch-Instituts nicht aus, dass es bei einer zweiten Pandemiewelle zu schwereren Verläufen kommen könnte.





Wie schwer sind die Folgen für die Wirtschaft?
Im Falle einer Pandemie rechnen Virologen damit, dass bis zu 30 Prozent der Bevölkerung erkranken könnten. Das würde die Wirtschaft hart treffen. Doch ein vergleichbares Horrorszenario wie vor einigen Jahren, als die Angst vor der Vogelgrippe umging, hat bislang niemand entworfen. Damals wurde ein weltweiter Wirtschaftseinbruch um bis zu fünf Prozent erwartet, sollte das Vogelgrippevirus in einen von Mensch zu Mensch übertragbaren Erreger mutieren. Dabei wurde allerdings mit deutlich höheren Todesraten und auch ansonsten weit schwereren Krankheitsverläufen gerechnet, als sie bislang bei der Schweinegrippe zu erwarten sind.



Welche Firmen sollten sich besonders auf eine mögliche Pandemie vorbereiten?
Vor allem sind Unternehmen betroffen, deren Mitarbeiter oft Kontakt zu Kunden haben, also Firmen mit Außendienstmitarbeitern oder Verkäufern. Auch international aufgestellte Konzerne, deren Angestellte in Gebiete reisen, wo sich die Grippe bereits häuft, sollten ihre Mitarbeiter besonders vorbereiten. Derzeit sind zum Beispiel Länder wie Spanien, Mexiko oder Großbritannien stark betroffen von der Grippe.

Wie lässt sich das Ansteckungsrisiko verringern?
Im Notfall können Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, doch dazu muss es nicht kommen. Schon kleine Maßnahmen können verhindern, dass die Schweinegrippe sich überträgt. Wichtig sind Informationen über richtiges Händewaschen mit Seife und Desinfektionsmittel. Auch häufiges Desinfizieren von Türklinken hilft weiter.

Darf der Chef seinen Mitarbeiter nach Hause schicken?
Der Arbeitgeber darf nur kranke Mitarbeiter nach Hause schicken. „Vorbeugend ist das nur im Ausnahmefall möglich, zum Beispiel, wenn sehr viele Kollegen erkrankt sind und der Chef einen Mitarbeiter mit einer Schlüsselfunktion schützen muss“, sagt Arbeitsrechtlerin Anja Breitfeld, Partnerin von Allen & Overy. Zur Impfung kann der Chef niemanden zwingen.

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