Notwendige Zusammenarbeit
Das Beste aus drei Welten

Jürgen Behrend spricht von "Kooperation statt Konzentration". Horst Geidel vom "virtuellen Konzern". Beide Manager beantworten dieselbe Frage: Wie können Familienunternehmen der Automobilzuliefer-Industrie unabhängig bleiben und trotzdem den Anforderungen der Branche genügen?

FRANKFURT. Denn die verlangt Größe, übergreifende Kompetenz, technische und finanzielle Leistungskraft. "Wir treten gegen riesige Konkurrenten an wie Bosch, Delphi, Visteon oder Valeo", beschreibt Behrend die Herausforderung. Die Lösung: Man muss sich im Kampf um die Aufträge verbünden.

Behrend ist persönlich haftender Gesellschafter der Hella KGaA Hueck & Co. Das Unternehmen produziert Lichttechnik und spezielle Elektronik für die Autoindustrie. Weltweit beschäftigt die Gruppe 24 000 Menschen, mehr als 2 900 Ingenieure und Techniker forschen und entwickeln. Der Konzernumsatz erreichte im Geschäftsjahr 2004/05 rund 3,1 Milliarden Euro.

Geidel ist Aufsichtsratsvorsitzender der Behr GmbH & Co. KG, eines Autozulieferers, der auf Motorkühlung und Klimaanlagen für Fahrzeuge spezialisiert ist. In weltweit zehn Entwicklungs- und 30 Produktionsstandorten arbeiten 18 000 Beschäftige. 2004 hat die Gruppe 3,05 Milliarden Euro umgesetzt.

Auf den ersten Blick haben beide Familienunternehmen außer der Branchenzugehörigkeit wenig miteinander zu tun. Auch räumlich sind sie keine Nachbarn: Hella sitzt im westfälischen Lippstadt, Behr in Stuttgart. Doch beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren eine der erfolgreichsten Kooperationen im Autozuliefergeschäft geschaffen.

Die Geschichte dieser Partnerschaft beginnt Mitte der neunziger Jahr mit dem Willen, nicht in der zweiten Zulieferreihe stecken zu bleiben. Und mit dem Plan, nicht mehr nur einzelne Produkte, sondern ganze Systeme an die Autohersteller zu liefern. "Schon damals standen wir vor der Frage: Werden wir den Ausleseprozess in der Branche bestehen?" sagt Behrend heute. "Dabei war uns klar: Mittelmaß wäre tödlich." Auf dem Weg zum Systemlieferanten schieden Übernahmen weitgehend aus: "Das hätte unsere finanziellen Ressourcen schnell überfordert und unseren Handlungsspielraum unvertretbar eingeengt", sagt Behrend.

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