NZZ-Erneuerer Tobias Trevisan übernimmt 2006 die Geschäftsführung
Die FAZ bedient sich in der Schweiz

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bekommt einen neuen Geschäftsführer. Wie der Verlag am Dienstag mitteilte, handelt es sich um den 45-jährigen Tobias Trevisan aus der Schweiz. Derzeit ist Trevisan Leiter „Verlag Zeitungen“ und Stellvertreter der Direktion „Verlag & Druck“ der „Neue Zürcher Zeitung“ AG.

DÜSSELDORF. Unter den Qualitätszeitungen Europas gilt sie bis heute als die „alte Tante“. Gegen diesen Ruf hat Tobias Trevisan seit 1999 gekämpft. Behutsam hat er die Neue Zürcher Zeitung erneuert und mit der „NZZ am Sonntag“ eine frischere Variante des Klassikers auf dem engen Schweizer Pressemarkt platziert. Gibt es eine bessere Vorbereitung für die Aufgabe, der sich der 45-jährige Schweizer Verlagsmanager vom September an stellen wird? Trevisan wird dann Geschäftsführer und ab 1. Januar 2006 Sprecher der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH.

In Frankfurt übernimmt Trevisan das Amt von Wolfgang Bernhardt, der die FAZ durch die wohl schwerste Krise ihrer Geschichte geführt hat. Im Jahr 2003, auf dem Höhepunkt der Werbeflaute, hatte sich der Manager und Unternehmensberater Bernhardt als Krisenmanager in Frankfurt nochmals in die Pflicht nehmen lassen. Die für die FAZ existenziell wichtigen Umsätze mit Stellenanzeigen waren eingebrochen, binnen dreier Jahre häuften sich Verluste von rund 100 Millionen Euro an.

Es folgten harte Schnitte in Redaktion und Verlag. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Lage grundlegend verbessert, die FAZ ist wieder im Plus, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat sich gut etabliert, vor allem der Stellenmarkt ist im Aufwind.

Insofern übernimmt Trevisan ein gut bestelltes Haus. Wohl auch deshalb wird Vorgänger Bernhardt wahrscheinlich in den Aufsichtsrat wechseln, was das Haus selbst nicht kommentieren wollte. Die FAZ-Geschäftsführung ebenfalls verlassen wird Peter Asmussen, der die Sanierung an der Seite Bernhardts begleitete. Er konzentriert sich künftig wieder auf seine Aufgabe als Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Verlags- und Druckgesellschaft in Potsdam, die als Tochter der FAZ die „Märkische Allgemeine“ herausgibt.

Der Schweizer Trevisan gilt als einer der profiliertesten Verlagsmanager seines Landes. Er hat die NZZ modernisiert und mit den Beilagen NZZ Grandplus und NZZ Executive zwei neue Supplement-Produkte entwickelt. Zuvor hatte Trevisan als Verlagsleiter für die Schweizer NZZ-Konkurrenten „Sonntagszeitung“ und „Tages-Anzeiger“ in Zürich jeweils als Verlagsleiter gearbeitet.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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