Oberlandesgericht verneint Recht auf dritten Titel
Dreifacher Fachanwalt ist nicht glaubwürdig

Rechtsanwälte dürfen nicht mehr als zwei Fachanwaltstitel führen, selbst wenn sie für einen dritten Titel sämtliche Zulassungsvoraussetzungen nachweisen können.

HB/crz GARMISCH. Das geht aus einer neuen Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle hervor. Das Gericht berief sich dabei nicht nur auf den eindeutigen Wortlaut in § 43c Absatz 1 Satz 3 der Bundesrechtsanwaltsordnung. Die Vorschrift selbst halte darüber hinaus auch einer verfassungsrechtlichen Prüfung stand, betonte das Gericht. In dem Fall hatte die zuständige Kammer einem Rechtsanwalt die Zulassung als Fachanwalt für Strafrecht verweigert, weil ihm bereits die Fachanwaltstitel für Familien- und Arbeitsrecht zuerkannt worden waren.

Das OLG Celle bestätigte diese Handhabung und verneinte einen Verstoß gegen die grundgesetzliche Berufsausübungsfreiheit - der Anwalt könne nach wie vor uneingeschränkt als Strafverteidiger arbeiten. Zwar räumten die Richter ein, dass es mit einem hohen Zeitaufwand durchaus möglich sei, gleichzeitig auf drei Fachgebieten tätig zu sein und den einmal erreichten Qualitätsstandard zu halten.

"Im Durchschnittsfall erscheint dies allerdings ausgeschlossen", befanden sie jedoch unter Hinweis darauf, dass die Beschränkung auf zwei Fachanwaltstitel aus Gründen des Gemeinwohlinteresses erforderlich sei. Es gehe darum, das hohe Niveau der Kenntnisse bei den Fachanwälten zu sichern und die Glaubwürdigkeit zu erhalten. Die Fachanwaltstitel seien schließlich entwickelt worden, um dem Recht suchenden Publikum Hilfestellung bei der Suche nach dem für das Rechtsgebiet "am besten geeigneten Anwalt" zu leisten.

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