Öffentlicher Streit mit Snow im Jahr 2003: Weltbank-Präsident Wolfensohn will aufhören

Öffentlicher Streit mit Snow im Jahr 2003
Weltbank-Präsident Wolfensohn will aufhören

Weltbank-Präsident James Wolfensohn (71) will nach Auslaufen seiner zweiten Amtszeit Anfang Juni aufhören.

HB WASHINGTON. Das berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Sonntag in Washington. Wolfensohn habe in einer Talk-Show des US-Fernsehsender ABC gesagt, dass zehn Jahre an der Spitze der Weltbank genug seien. Die in Washington ansässige Weltbank ist der größte Kreditgeber für Entwicklungsprojekte weltweit.

„Ich hatte zehn Jahre, und ich glaube, das ist wahrscheinlich genug“, sagte Wolfensohn. Im Laufe des Jahres werde er sein Amt an einen anderen übergeben. „Sollte es jedoch eine Notlage geben, dann werde ich tun, was die Anteilseigner wollen“, fügte Wolfensohn hinzu. Die Aufgabe des Amtes kommt nicht überraschend. Wolfensohn hatte zwar im November vergangenen Jahres Interesse an einer dritten Amtszeit geäußert, dies aber vom Ausgang der Präsidentenwahl in den USA abhängig gemacht. „Es gibt noch viel zu tun, und wenn ich die Gelegenheit bekäme, würde ich gerne weitermachen“, sagte Wolfensohn damals.

Nach US-Medienberichten soll es mehrfach Spannungen zwischen der US-Regierung und Wolfensohn über die Finanzierung und den Einsatz von Weltbank-Hilfen gegeben haben. Zum öffentlichen Streit kam es im April 2003 mit US-Finanzminister John Snow. Snow hatte nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein eine rasche Schätzung für notwendige Hilfsleistungen verlangt. Die US-Regierung soll ferner auf Reformen bei der Kreditvergabe bestanden haben.

Der gebürtige Australier und US-Bürger Wolfensohn war 1995 vom damaligen Präsidenten Bill Clinton für das Amt nominiert worden. Der Tradition zufolge nominiert die US-Regierung den Präsidenten der Weltbank, seit die Institution 1944 gegründet wurde. Die USA sind der größte der 184 Anteilseigner-Staaten und haben damit auch die größten Stimmrechte.

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