Ölbranche
Yukos-Chef tritt aus Protest zurück

Der Chef des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos, Steven Theede, hat seinen Rücktritt eingereicht. Damit protestierte er gegen ein für Donnerstag geplantes Gläubiger-Treffen, das das Unternehmen noch einen Schritt weiter in Richtung Bankrott treiben könnte.

HB MOSKAU. Er werde das Treffen boykottieren, sagte Theede. Es sei eine fingierte Veranstaltung mit dem Ziel, Yukos komplett zu ruinieren. Der einst größte russische Ölkonzern ist durch milliardenhohe Steuerforderungen praktisch lahm gelegt.

In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Theede, der gerichtlich eingesetzte Insolvenzverwalter Eduard Rebgun habe festgestellt, dass „eine finanzielle Restrukturierung unmöglich und eine Auflösung des Unternehmens die einzige realisierbare Alternative“ sei. Einen von der Unternehmensführung vorgelegten Restrukturierungsplan habe Rebgun ignoriert.

Yukos' größter Gläubiger ist die russische Steuerbehörde, die Forderungen in Höhe von rund 13 Milliarden Dollar an Yukos gestellt hat. Zweitgrößter Gläubiger ist der staatlich-kontrollierte Ölkonzern Rosneft, der jüngst mit seinem Börsendebüt 10,4 Milliarden Dollar erlöst hatte. Rosneft hatte sich nach einer erzwungenen Auktion im Jahr 2004 die Yukos-Ölproduktionsfirma Yugansk einverleibt.

Der frühere Yukos-Chef Michail Chodorkowski ist wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Politische Beobachter hatten das Verfahren als politisch motiviert bezeichnet, da Chodorkowski Ambitionen auf das Präsidentenamt hatte erkennen lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%