Oerlikon-Chef Thomas Limberger
Der Jack Welch aus den Alpen

Mit der Übernahme von Saurer kommt Oerlikon-Chef Thomas Limberger seinem großen Vorbild einen kleinen Schritt näher. Demnächst dürfte Limberger an der Spitze eines der größeren Schweizer Industriekonzerne stehen.

ZÜRICH. Der Respekt steigt vor dem drahtigen, kleinen Mann mit der hohen Stirn und dem schnellen Mundwerk, der keine Woche verstreichen lässt, ohne etwas anzukündigen. Nachdem in der Nacht zum Dienstag der Verwaltungsrat des Textilmaschinenherstellers Saurer ein Übernahmeangebot des Oerlikon-Konzerns gutgeheißen hat, dürfte Oerlikon-Chef Thomas Limberger noch in diesem Jahr an der Spitze eines der größeren Schweizer Industriekonzerne stehen.

Er ist damit wieder eine Stufe näher an sein großes Vorbild gerückt. Das heißt Jack Welch, war einst Chef von General Electric, „einem Unternehmen, das mich schon während des Studiums fasziniert hat“, sagt Limberger.

Gut, der Weg von einem 18 000 Mitarbeiter großen Industriekonzern, wie ihn Oerlikon und Saurer auf die Waage bringen, zu einem Schwergewicht nach dem Muster von General Electric ist noch weit. Aber wenn Limberger in dem Tempo weiterwirbelt, schafft er es noch – mit 39 Jahren bleibt ihm schließlich noch ein bisschen Zeit.

Zeit. Zeit ist relativ.

Für Limberger, den Porschefahrer, bedeutet das ganz objektiv gesehen, dass er relativ viel in einem relativ schmalen Zeitbudget erledigen will. Eigentlich ist er einer, der ankommen will, bevor er losgefahren ist, und nur sein Verstand, den er selbst als „außerordentlich analytisch“ beschreibt, sagt ihm, dass das nicht geht.

Bei den Eidgenossen, wo Tempo 120 auf der Autobahn und eigentlich auch im Leben gilt, kommt so etwas nicht immer glänzend an. Einer von ihnen, der den Berchtesgadener Internatszögling Limberger kurz nach seinem Amtsantritt im Sommer des vergangenen Jahres erlebt hat, raunte hinterher die Worte von Erich Kästner zu seinem Nebenmann: „Ein Renommist, das ist ein Mann, der viel verspricht und wenig kann.“

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