Österreich
Zwischen Wiener Walzer und dickem Geschäft

Handelsblatt Online bietet Ihnen mit der Serie "Weltspitze - wie Deutsche international Erfolg haben" praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Internationalisierungsberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es um das Geschäftemachen in Österreich.
  • 0

Das schöne Österreich ist das süd-östliche Nachbarland von Deutschland und für viele Deutsche seit langer Zeit eine der attraktivsten Urlaubsregionen. Aber auch das Geschäftemachen in Österreich lohnt sich, birgt jedoch auch Gefahren. Denn das Potenzial für Missverständnisse ist hier erheblich höher, als allgemein angenommen. Aufgrund der geographischen Nähe und der sprachlichen Übereinstimmungen denken viele Manager, dass Verhandlungen und Geschäfte in Österreich genauso ablaufen wie in Deutschland und dass deshalb interkulturelle Erwägungen nicht so wichtig sind. Aber gerade in solch einer Situation werden viele vermeidbare Fehler begangen. Deshalb sollte man einige wichtige Dinge beim Geschäftemachen in Österreich beachten.

Österreich und speziell Wien sind Dreh- und Angelpunkte für Geschäfte mit Mittel- und Osteuropa, einschließlich Russland und ganz Südosteuropa. Daneben ist vor allem die österreichische Hauptstadt ein Sammelbecken für geschäftliche Beziehungen mit dem Mittleren Osten. Aus diesem Grund ist Wien inzwischen zu einer sehr internationalen Stadt avanciert, in der sich auch mehrere UN-Organisationen und Non-Government Organisations niedergelassen haben. Die Internationalität Österreichs ist natürlich auch auf seine Vergangenheit innerhalb der K&K-Monarchie zurückzuführen, die immer eine Öffnung nach Osten und Südosten bedeutete.

Und auch die besondere Rolle des Landes nach dem Krieg als neutraler Staat zwischen den Blöcken hat zu dieser Internationalisierung beigetragen. Österreich besitzt eine lange Tradition des erfolgreichen Geschäftemachens, auch mit den Ostblockmächten und das schon zu Zeiten, als es in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen nur zögerliche Geschäftanbahnungen mit den damaligen Ostblockstaaten gab. Dementsprechend kennen österreichische Manager die frühere und nach wie vor bestehende internationale Drehscheibenfunktion ihres Landes und sind sich auch dessen bewusst, welche internationalen Möglichkeiten ihnen Wien und ihr Land bieten.

Die Beziehung zwischen Deutschland und Österreich

Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist ein sehr langes und komplexes. Deshalb sollte man, aus Deutschland kommend, einige Gedanken in Erwägung ziehen:

Für Manager, die aus den Vereinigten Staaten oder aus der VR China kommen, sind beide Länder sehr ähnlich. Die Kultur ist ähnlich, die Sprache ist bis auf kleine Nuancen fast identisch und für Leute von weither sehen die Menschen in Österreich und Deutschland auch äußerlich gleich aus. Dies ist der erste Eindruck, insbesondere für einen Außenstehenden, der von weit herkommt. Deshalb werden diese Manager innerhalb ihrer Verhandlungen auch in ähnlicher Art und Weise auf Österreicher und Deutsche zugehen, da sie die – zugegebenermaßen kleinen – Unterschiede zwischen den beiden Nationen nur schwer erkennen können. Und selbst für uns Deutsche ist es mitunter schwer, Österreich als eigenständige Nation wahrzunehmen und anzuerkennen. Auf Klischees über den Anderen reiten sowohl die Deutschen als auch die Österreicher gern herum.

Seite 1:

Zwischen Wiener Walzer und dickem Geschäft

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Österreich: Zwischen Wiener Walzer und dickem Geschäft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%