Österreichischer Landesbanker
Gunter Dunkel wird neuer NordLB-Chef

Die Träger der NordLB haben sich offensichtlich auf einen Nachfolger für den Ende des Jahres altersbedingt ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Hannes Rehm verständigt. Auf der am Mittwoch stattfindenden Aufsichtsratssitzung soll Vizevorstandschef Gunter Dunkel zum künftigen NordLB-Chef gekürt werden. Obwohl der gebürtige Waiblinger eine lupenreine Banker-Vita aufweist, zeigt er keine typischen Banker-Attitüden.

BERLIN. In der engeren Wahl zum künftigen künftigen Chef der NordLB war auch der Vorstandsvorsitzende der Bremer Landesbank, Stephan-Andreas Kaulvers. Der Chef der NordLB-Tochter galt als Favorit der Sparkassen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Doch offensichtlich konnten sich die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, die wie die Sparkassen zwar zusammen 50 Prozent der Anteile halten, aber bei Personalentscheidungen stets am längeren Hebel sitzen, durchsetzen.

Bei Niedersachsens Finanzminister Möllring (CDU) mag auch die Befürchtung eine Rolle gespielt haben, den österreichischen Manager zu verlieren, wenn er übergangen wird. Er gilt als exzellenter Kommunikator und Stratege.

Obwohl der gebürtige Waiblinger – von einem Abstecher bei McKinsey abgesehen – eine lupenreine Banker-Vita aufweist, treffen auf Dunkel die typischen Banker-Attitüden nicht zu. Da ist nichts Unnahbares, Geschraubtes zu spüren. Der bärtige Brillenträger wirkt eher wie ein Professor. Im Gespräch zeigt er sich witzig, charmant und nachdenklich.

Dunkel wurde Anfang 1997 in den Vorstand der Landesbank berufen und zum 1. Januar 2007 zum stellvertretenden Vorstandschef ernannt. Im Vorstand verantwortet er unter anderem das für den Konzern bedeutende Schiffs- und Flugfinanzierungsgeschäft und kümmert sich maßgeblich um das strategisch wichtige Nordost-Europa-Geschäft. So fädelte Dunkel 2005 ein Joint Venture mit der größten norwegischen Bank DnBNor ein, das sich seitdem sehr erfolgreich beispielsweise im Baltikum und Polen entwickelt.

Das Joint Venture bietet der NordLB die Chance, im Ausland das Geschäft mit Privatkunden zu betreiben, was der Landesbank im Inland wegen der Arbeitsteilung mit den Sparkassen größtenteils verwehrt ist. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass die NordLB und die DnBNor überlegen, wie sie ihre Kooperation untermauern können – bis hin zu gegenseitigen Beteiligungen.

Den Sparkassen stieß schon mal übel auf, dass Dunkel aus ihrer Sicht zu weit über den Tag hinausdachte. So sprach er von der „Kapitalmarktfähigkeit“, die die NordLB erreichen müsse. Für die Sparkassen ist das ein Synonym für Börsengang, was kritisch gesehen wird. Auch künftig wird sich Dunkel den Mund nicht verbieten lassen.

Bislang ist die NordLB als eine der wenigen Landesbanken relativ glimpflich durch die Finanzmarktkrise gekommen. Die Risikoscheu hat sich bezahlt gemacht. Dennoch stellt sich die Frage der Konsolidierung auch für die NordLB. Vielleicht spielt die Landesbank unter Dunkels Führung dabei eine aktive Rolle.

Gunter Dunkel: Schiffs- und Flugzeugexperte

1953:

geboren am 18. Juli in Waiblingen, aufgewachsen in Österreich, besitzt österreichische Staatsbürgerschaft.
1978: Magister der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Wien, Promotion.
1980: Assistent der Bereichsleitung bei Girocredit Wien
1983: Berater bei McKinsey
1996: Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, zuletzt Leiter Firmenkunden und Banken
1997: Vorstandsmitglied der NordLB
2007: Stellvertretender Vorstandschef der NordLB, zuständig für Corporate & Structured Finance, Schiffs- und Flugzeugfinanzierungen, Nordost-Europa-Geschäft. Dunkel ist zudem Präsident der Deutsch-Baltischen Handwerkskammer.

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