Offenbar positives Gutachten
Entlastung für Ackermann

An einer wichtigen juristischen Front zeichnet sich Entlastung für die Deutsche Bank ab. Die Anzeige gegen Vorstandssprecher Josef Ackermann und Aufsichtsratschef Rolf Breuer wegen Unregelmäßigkeiten beim Verkauf der Versicherungstochter Deutscher Herold an Zurich Financial sei offenbar nicht besonders stichhaltig, heißt es in Finanzkreisen. Anfang der Woche werde die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Gutachten an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf weiterleiten. Es werde für die Bank sehr positiv ausfallen.

HB FRANKFURT. Die Strafverfolgungsbehörde ermittelt gegen Ackermann und Breuer wegen des Vorwurfs der Untreue, des Betrugs und „sachwidriger Verwendung von Vermögenswerten“. Ein Kunde der Versicherung hatte die Bankmanager angezeigt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, es liege noch kein BaFin-Gutachten vor. Die Behörde hatte den Fortgang des Verfahrens von dem Papier abhängig gemacht.

Während sich im Fall Deutscher Herold also eine Klärung abzeichnet, gibt es erhebliche Verwirrung um den Mannesmann-Prozess. Hier muss sich Ackermann wegen angeblicher Untreue vor Gericht verantworten. Nach einem internen Schreiben der Deutschen Bank soll die Verhandlung Mitte Januar starten. „Die Anwälte von Herrn Ackermann und den anderen Beschuldigten haben vom Landgericht eine Mitteilung erhalten, der Prozess werde am 21. Januar beginnen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Eine Sprecherin des Landgerichts Düsseldorf sagte allerdings, „es gibt definitiv noch keine Terminierung.“ Der Verteidiger des ebenfalls angeklagten ehemaligen IG-Metall- Chefs Klaus Zwickel, Rainer Hamm, bestätigte zwar, der 21. Januar sei der derzeit wahrscheinlichste Starttermin. „Aber es ist noch nicht klar, ob es dabei bleibt.“

Es werde jeweils mittwochs und donnerstags verhandelt, heißt es in dem Mitarbeiter-Memo der Deutschen Bank. Gegen eine solche Regelung hätte die BaFin offenbar nichts einzuwenden. Die Anstalt hat geprüft, ob Ackermann seine Pflichten als Bankchef trotz Prozess-Belastung wahrnehmen kann. „Nach derzeitigem Stand gibt es keine Bedenken“, sagte eine Sprecherin.

In dem Prozess muss sich unter anderem auch der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser verantworten. Die Anklage gegen ihn lautet auf Beihilfe zur Untreue. In dem Verfahren geht es um strittige Prämien und Pensionsabfindungen für ehemalige Mannesmann-Manager in Höhe von etwa 110 Millionen Mark.

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