Offenbar tiefes Zerwürfnis zwischen den Partnern
Der Schweiger entlässt seinen Sprecher

Sie haben immer „Sie“ zueinander gesagt. Mehr als 30 Jahre lang. Einen Grund, daran etwas zu ändern, haben beide eigentlich nie gesehen. Ein „Sie“ ist ja auch ein Zeichen, wie sehr man sich schätzt, meinen sie. Seit Dienstag allerdings gibt es tatsächlich keinen Grund mehr, die Umgangsformen zu ändern.

HB ZÜRICH. Otto Beisheim, der wegen seines Vermögens und seiner Geheimniskrämerei gern als „düsterer Rockefeller“ bezeichnet wird, hat sich von dem Mann getrennt, der diesen Mythos geschaffen hat: Erwin Conradi. Dies geht aus einer neun Zeilen langen Mitteilung hervor. Sie wird – auch das ist typisch für den Schweiger Beisheim – nicht in den Medien verbreitet, wer sie haben will, der muss sie sich beim Pförtner der Beisheim Holding im steuergünstigen Schweizer Kanton Zug abholen.

Warum aber entlässt ein Geschöpf seinen Schöpfer? Der nach außen stets hemdsärmelig und mitunter geradezu halsstarrig auftretende Conradi ist lange Vorstand und später Aufsichtsratschef beim Handelsriesen Metro. Die Metro Group, wie sie sich nennt, um ihren internationalen Anspruch zu unterstreichen – das sind knapp 250 000 Angestellte, die in 28 Ländern mehr als 50 Milliarden Euro Umsatz machen. Kaufhof und Real, Extra und Praktiker, Media Markt und Saturn, natürlich die Metro-Großmärkte – all das gehört zu dem Imperium, das Conradi geformt hat. Vor vier Jahren dann kommt der Knick: Conradi zieht in einem internen Machtkampf mit Vorstandschef Joachim Körber den Kürzeren. Er muss sein Büro in der Düsseldorfer Metro-Zentrale räumen.

Doch dank Otto Beisheim fällt Conradi weich. Seine Sekretärin, seine Telefonnummer und seinen Learjet darf der Manager behalten und sich künftig ganz den Finanzen des Multimilliardärs widmen.

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